Pandemie

Mannheim bietet Impfungen für alle auf der Hochstätt an

Von 
Steffen Mack
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Erzieherin Yasmin Schäfer bei ihrem Termin in der Maimarkthalle. Bisher wurden in Mannheim rund 140 000 Impfungen vorgenommen. © Christoph Blüthner

Mannheim. Eine Woche lang Impfen für alle Hochstätter: Die Stadtverwaltung hat eine spektakuläre Aktion auf der Hochstätt angekündigt. Von diesem Montag an bis einschließlich Sonntag können sich alle dort lebenden Menschen impfen lassen - unabhängig davon, ob sie zu den offiziell impfberechtigten Gruppen gehören.

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Weitere Stadtteile sollen folgen

„Wir müssen feststellen, dass das Infektionsgeschehen in Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen deutlich überdurchschnittlich ist. Das gilt auch für die Hochstätt “, begründet Oberbürgermeister Peter Kurz die Aktion. Gleichzeitig sei die Impfquote in solchen Stadtteilen niedriger als in anderen.

Bei dem Modellprojekt habe man sich für die Hochstätt entschieden, weil es sich um ein klar abgrenzbares und mit knapp 3200 Bewohnern überschaubares Quartier handele. Die dort gewonnenen Erkenntnisse könnten nächstes Mal zielgenauere Planungen ermöglichen, hofft der Oberbürgermeister. Denn: „Wir haben vor, das Modell der mobilen Impfungen auch in weiteren Quartieren und Stadtteilen mit hohen Inzidenzen fortzusetzen.“

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Das Stuttgarter Sozialministerium hat das Modellprojekt genehmigt und begrüßt es ausdrücklich. „Seit ein paar Tagen wird es bundesweit diskutiert: Die Corona-Impfkampagne erreicht manche Teile der Bevölkerung noch nicht ausreichend, das betrifft vor allem Stadtteile mit besonderen sozialen Herausforderungen“, erklärt Amtschef Uwe Lahl. Darauf sei das Vorhaben der Stadt die richtige Antwort.

Beifall von der SPD

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Auch die SPD im Gemeinderat befürwortet derartige Projekte. Fraktionschef Thorsten Riehle verweist auf Erkenntnisse des Robert Koch-Instituts, wonach die Corona-Sterblichkeit in sozioökonomisch stark benachteiligten Regionen um rund 50 bis 70 Prozent höher sei. „Mehr Impfungen in Stadtbezirken mit hohen Infektionszahlen bedeutet auch eine schnellere Entspannung in den Krankenhäusern.“ Die gesundheitspolitische Sprecherin Heidrun Kämper ergänzt, mit Impfungen vor Ort würden auch Menschen erreicht, die durch eine Sprachbarriere weniger gut informiert seien. „Im persönlichen Gespräch können Vorurteile und Ängste gemeinsam überwunden werden.“ Dazu stehen nun eine Woche zwei mobile Impfteams im Quartiersbüro der Hochstätt bereit. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.hochstaett.de.

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Vor dem 1. Mai-Feiertag hat die Stadt auch wieder die wöchentlichen Impfzahlen veröffentlicht. Demnach konnten bis dato in der Maimarkthalle und von den mobilen Impfteams insgesamt fast 80 000 Erst- und rund 40 000 Zweitimpfungen vorgenommen werden. Etwa 20 000 weitere Impfungen haben bereits die Mannheimer Hausärzte beigesteuert.

Kurz appelliert derweil an in Mannheim gemeldete Senioren, nicht auf ein individuelles Angebot der Stadt zu warten, sondern sich über die Hotline 116 117 oder die Internetseite www.impfterminservice.de selbst um eine Buchung zu bemühen. Die Aktion der Stadt mit persönlichen Anschreiben und einem erleichterten Zugang sollen diese Woche zwar weitergehen. Aber eine Beendigung ist vorgesehen, sobald alle bis einschließlich 30. Juni 1956 Geborenen erreicht sind.

Sportstätte wird geschlossen

Ferner hat die Stadt angekündigt, die Sportstätte am Unteren Luisenpark ab diesem Montag zu schließen. Dort hätten zuletzt wärmere Temperaturen „für ein reges Treiben gesorgt“, heißt es. Dabei seien etwa die Abstandsregeln nicht immer eingehalten worden. Verwiesen wird auch auf die Corona-Landesverordnung, die den Betrieb von öffentlichen und privaten Sportanlagen mit wenigen Ausnahmen untersage.

Neue Zahlen gibt es derweil von den Schnelltests. Demnach wurden in der 16. Kalenderwoche insgesamt 23 563 im Bürgertest-Netzwerk vorgenommen. 114 brachten einen positiven Befund, 81 davon bestätigten anschließende PCR-Tests. Alle Betroffenen hätten noch keinerlei Krankheitszeichen aufgewiesen, so die Stadt. Sie wären ohne Schnelltest also kaum entdeckt worden.

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Redaktion Steffen Mack schreibt als Reporter über Mannheimer Themen