Feuerwehr im Einsatz Großbrand auf Firmengelände in Ladenburg

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kpl/pj/pwr/agö/stk
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Bei der Firma RTP in Ladenburg ist ein Brand ausgebrochen. © Peter Jaschke

Ladenburg. Bei einer Firma in Ladenburg ist am späten Dienstagvormittag ein Brand ausgebrochen. Das Feuer in der Wallstadter Straße war nach Polizeiangaben gegen 10.45 Uhr beim Chemieunternehmen RTP ausgehend von einer Maschine ausgebrochen. Die Flammen schlugen auf das Dach über und setzten die Industriehalle in Vollbrand. Erst am Nachmittag war die Lage unter Kontrolle. Beim Ausbruch des Feuers hatten sich 13 Arbeiter im Gebäude befunden, die sich alle rechtzeitig in Sicherheit brachten. Sie wurden auf Rauchgasverletzungen untersucht. Schwerwiegende Verletzungen trug nach ersten Erkenntnissen niemand davon. 

RTP: Einst Schauplatz einer Übung mit ähnlichem Szenario

  • RTP Ladenburg gehört zu den deutschen Standorten eines Unternehmens mit zentralem Sitz in Winona, Minnesota mit weltweit 1600 Mitarbeitern.
  • Die Ladenburger Zweigstelle ist zertifiziert für die Entwicklung, Herstellung und Auftragsfertigung von langfaserverstärkten Thermoplasten und thermoplastischen Compounds.
  • Seit 2011 ist die Niederlassung, die zuvor in Frankfurt/Main war, in Ladenburg ansässig.
  • Im Sommer 2012 brannte auf dem Firmengelände ein Container; im Juli 2013 führte die Freiwillige Feuerwehr hier ihre Hauptübung durch. Das Szenario damals: ein Brand an einer Produktionsmaschine, der sich noch in den Bürobereich ausbreitete. Mit der Drehleiter wurde eine „verletzte Person“ gerettet. stk

 

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Mit Drehleiter-Fahrzeugen hatten sich die Feuerwehrleute Zugang zu den Flammen verschafft. Die Einsatzkräfte versuchten, oberhalb der Halle zu löschen. Während des Brandes war es zu mehreren kleinen Explosionen gekommen. In der Zwischenzeit wurden weitere Wasserleitungen vom Neckar bis zum Firmengelände verlegt. Neben der Freiwilligen Feuerwehr Ladenburg waren alle Feuerwehren aus der näheren Umgebung sowie aus Heidelberg, Mannheim und Weinheim mit etwa 150 Kräften im Einsatz.

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Mit Messwagen, die durch Ladenburg fuhren, wurde im Laufe des Einsatzes der Schadstoffgehalt in der Luft gemessen. Gefahren für die Bevölkerung und für die Umwelt wurden ausgeschlossen. Die Einsatzkräfte rechneten am späten Mittag, an dem die Flammen noch nicht unter Kontrolle waren, mit Arbeiten, die sich bis in die frühen Morgenstunden des nächsten Tages hineinziehen könnten. Am Nachmittag berichtete die Polizei, dass die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle brachte und ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude verhindert wurde. Das Gebäude der angrenzenden Firma ABB war zwischenzeitlich komplett geräumt worden. Ein Supermarkt in der Nähe wurde vorübergehend geschlossen. 

Die Polizei war in der Spitze mit 70 Beamten an Ort und Stelle. Unter anderem wiesen sie Schaulustige auf mögliche Gefahren hin, verwiesen sie teils der Örtlichkeit und regelten den Verkehr an der weiträumig abgesperrten Brandörtlichkeit. Die Wallstadter Straße wurde für den Einsatz in beide Richtungen gesperrt. Auch die Benzstraße und die Ilvesheimer Straße waren teilweise gesperrt. Es kam zu Verkehrsbehinderungen rund um den Einsatzort. Die genaue Brandursache und die Schadenshöhe waren zunächst noch unklar.  Auch der Ladenburger Bürgermeister Stefan Schmutz war vor Ort und machte sich ein Bild vom Geschehen. 

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Das Unternehmen RTP stellt im Brandbereich Granulat her, das in Fahrzeugarmaturen zum Einsatz kommt. Weil es sich um einen Kunststoff handelt, entwickelte sich eine dichte, schwarze Rauchwolke, die weithin über der Region sichtbar war. Mitarbeitern der Firma war es untersagt, sich gegenüber der Presse zu äußern.

Feuerwehr misst Schadstoffgehalt in der Luft auch im Umland

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Die Mannheimer Feuerwehr warnte die Bewohner der südlichen Stadtteile Friedrichsfeld, Seckenheim und Rheinau und forderte sie auf, wegen der Rauchwolke Fenster und Türen geschlossen zu halten. Um den Schadstoffgehalt der Luft zu messen, wurden am Mittag zwei Erkundungskraftwagen im Bereich Seckenheim/Friedrichsfeld/Rheinau losgeschickt. Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau, die auf Gefahrstoffeinsätze spezialisiert sind, nahmen Luftproben und analysierten diese noch während der Fahrt in dem Spezialfahrzeug. "Bislang alles negativ, keine Gefahr für die Bevölkerung", so der Führungsdienst der Berufsfeuerwehr.

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In deren Leitstelle gingen, wie es hieß, "ein paar" Anrufe verunsicherter Bürger aus dem Mannheimer Süden ein, als sie die große Rauchwolke sahen. Daher löste auch die Mannheimer Feuerwehr für diesen Bereich Meldungen über Warn-Apps Katwarn und "NINA" aus. Am Nachmittag wurde die Warnung für den Bereich Mannheim wieder aufgehoben. Es sei mit keinen weiteren Beeinträchtigungen zu rechnen. 

Auch über Heidelberg hatte sich die massive Rauchwolke ausgebreitet. Örtlich habe sie laut einer Mitteilung der Stadt zu Geruchsbelästigungen geführt. Bei Messungen unter anderem in den Stadtteilen Handschuhsheim, Wieblingen und Pfaffengrund wurden keine Schadstoffe in der Luft festgestellt. 

Die Gemeinde Edingen-Neckarhausen stellte aus Sicherheitsgründen vorübergehend den Fährbetrieb zwischen Neckarhausen und Ladenburg ein. In den angrenzenden Gemeinden wurde mit Lautsprecherdurchsagen auf den Brand aufmerksam gemacht. 

Laut der Katastrophen-Warnapp "NINA" wurden infolge des Industriebrands Brandgase freigesetzt. Es könne zu Geruchsbelästigung und Sichtbehinderungen kommen, hieß es. Anwohnern wurde empfohlen, Fenster und Türen zu schließen. Auch wurde dazu geraten, Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Das betroffene Gebiet um die Stadt Ladenburg sollte gemieden werden. 

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