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Leserbriefe Aufregung um Friedrichspark

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Die Luftbild-Aufnahme zeigt das Eisstadion im Mannheimer Friedrichspark. © Bernhard Zinke

Zum Thema Friedrichspark:

Die Aufregung um die geplanten Uni-Gebäude im Friedrichspark entwickelt sich langsam zur Lokalposse: Seit Jahren hat die Universität ihren zusätzlichen Raumbedarf nicht nur angemeldet, im Detail begründet und ihre Pläne für die neuen Gebäude öffentlich gemacht – nein – jedem, der sich mit Studenten unterhält oder mal zu Fuß den Campus abläuft, wird vollkommen klar sein, dass die Uni zusätzliche Räumlichkeiten und kürzere Wege braucht.

Als die Pläne vor Jahren erstmals vorgestellt wurden, waren fünf Gebäude geplant, damit verbunden eine große Flächenentsiegelung und resultierend mehr Grün als heute. Die Stadt und die politischen Gremien waren aufgeschlossen. Dann kam trotz Zuwachs an Grünflächen Gegenwind auf und es formierte sich ein Bündnis „Rettet den Friedrichspark“. Die Uni war kompromissbereit und reduzierte ihren Vorschlag auf vier Gebäude. Es wurde ein Klimagutachten erstellt, das im Ergebnis Temperatur- und Frischluftveränderungen für die Innenstadt im Bereich der Ungenauigkeit der Berechnungsmodelle lieferte.

Nicht genug für die selbst ernannten Retter. Die Uni reduzierte auf drei Gebäude. Immer noch nicht genug. Inzwischen wird sogar das Klimagutachten kreativ fehlinterpretiert. Klar ist mittlerweile: Mit den Rettern ist kein Kompromiss zu machen – sie wünschen sich schlicht null Bebauung und wollen dies mit Nachdruck durchsetzen.

Interessanterweise steht hinter dem Bündnis „Rettet den Friedrichspark“ jedoch keine große Anzahl an Bewohnern, sondern eine Minderheit weniger Einzelpersonen, die in den aufgeführten Initiativen und Vereinen des Bündnisses Ämterhäufung betreiben. Von den „Rettern des Friedrichsparks“ wünsche ich mir, dass zweckmäßige Diskussionen um echte Probleme geführt werden: Wie schafft man mehr und angstraumfreiere Querungen zwischen den Quadraten und dem Friedrichspark? Wie kann darüber hinaus der Zugang von der Innenstadt zum Rhein verbessert werden? Wie können die Hürden Parkring, Brückenauffahrten und Bahnstrecken abgemildert werden? Was kann man gegen den Lärm von Bismarckstraße und Parkring tun? Welchen Bestand an Pflanzen an und auf den Gebäuden und auf den frei werdenden Flächen im Friedrichspark wünschen wir uns?

Solche Fragen und Diskussionen fände ich für die Bewohnerschaft der Innenstadt viel interessanter als das ewige „Nein, nein, nein!“ der Retter.

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Johannes Schmidt
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Mannheim
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Bewohner und Bewohnerinnen der innenstädtischen „Wärmeinsel“ (oder besser sommerliche „Glutinsel“) leiden schon seit Jahren unter fehlender Kaltluftzufuhr. Anstatt städteplanerischer Abhilfe bahnt sich mit der Bebauung des Friedrichsparks eine weitere Zuspitzung an, welche die selbst gesteckten Klimaziele als Makulatur entlarvt und folglich auch das Leitbild „Mannheim 2030“ unterminiert – dies dann wenigstens nachhaltig. Der blanke Zorn packt mich, wenn ich an die genehmigte Riegelbebauung durch das Rechenzentrum für die Uni denke. Mannheim, das geht besser! Nehmt endlich die bioklimatischen Nöte der Innenstadtbewohner ernst und greift die berechtigten Einwände des Aktionsbündnisses „Rettet den Friedrichspark“ auf.

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Von
Petra Wagner
Ort
Mannheim
Datum

Danke an Martin Geiger, dass er uns über die geplante Uni-Bebauung so gut auf dem Laufenden hält. Ich habe selbst letztes Jahr auf der Dach-Terrasse der Alten Sternwarte gestanden und fassungslos die alten Postkartenbilder der Bürgerinitiative gesehen, die den vormals dort bestehenden, wunderschön grünen Friedrichspark/ Bürgerpark zeigten. Sollten die Uni-Bebauungspläne für drei bis vier Gebäude an dieser Stelle umgesetzt werden, wäre das meines Erachtens klimapolitisch ein Frevel, und würde außerdem die Glaubwürdigkeit der öffentlichen Verwaltung massiv in Frage stellen: Gibt es nun eine Bürgerbeteiligung und die Priorität Klimaschutz, oder ist das lediglich Makulatur.

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Von
Petra Heinemann
Ort
Ilvesheim
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Gibt es für die Universität tatsächlich keinen anderen Platz als den auf dem Schlossparkgelände? So wichtig wie die Universität ist die Attraktivität der Stadt – und da sind viele Wünsche offen. Das Mannheimer Schloss ist ein Juwel, und das Ensemble von Schloss, Jesuitenkirche und Sternwarte eine barocke Einzigartigkeit. Wollen wir den Blick darauf tatsächlich zerstören durch drei moderne Bauten? Gibt es keine andere Lösung? Ist darüber wirklich genug nachgedacht worden? Das Schloss, ein „Juwel mit Bahnanschluss“, ist ohnehin schon durch die Bismarckstraße von der Stadt und vom Stadtbewusstsein abgekoppelt. Wollen wir nun auch noch dieses Stück Stadtbild zerstören?

In Mannheim wird seit Jahrzehnten alles der Funktionalität untergeordnet, und die Ästhetik kommt zu kurz. Da dachten die früheren Stadtväter, die einst den Friedrichsplatz rund um den Wasserturm und den Friedrichspark geschaffen haben, doch weiter als die heutigen. Die Attraktivität einer Stadt ist ein hohes Gut. Sie wird auch für den online-bedrohten Einzelhandel immer wichtiger werden.

Wer fährt denn schon nach Mannheim, wenn dort nichts Schönes mehr zu sehen ist? Und wie steht es um den Grünzug Süd und die Durchlüftung der heißen Innenstadt? Vom Grünzug Nord habe ich genug gehört, aber was bedeutet die Grünfläche Friedrichspark für die Menschen, die in den Quadraten wohnen? Ich bitte inständig, dass sich die Stadträte mit dem Thema Bebauung des Friedrichparks noch einmal beschäftigten!

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Ulla Hofmann
Ort
Mannheim
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