Finanzen - Starkes Kreditgeschäft im ersten Halbjahr / Konzernweit stabile Zahlen / Vorstand arbeitet an neuer Strategie Zuwächse bei Mannheimer Commerzbank

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Alexander Jungert
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Mannheim. Die Commerzbank Mannheim hat von Januar bis Ende Juni so viele neue Kunden gewonnen wie lange nicht. Es sei eines der stärksten Halbjahre gewesen, sagte Andrea Habermann, Niederlassungsleiterin Privat- und Unternehmerkunden, laut Mitteilung. Die Zahl der Privat- und Unternehmerkunden stieg um 1400 auf insgesamt 153 500.

Die Commerzbank auf den Mannheimer Planken. © rinderspacher
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Stärkster Wachstumstreiber war demnach das Kreditgeschäft: Sowohl das Baufinanzierungs- als auch das Ratenkreditgeschäft legten zu. „Trotz steigender Baupreise und einem immer knapper werdenden Angebot haben unsere Kunden neue Immobilienfinanzierungen in Höhe von 150 Millionen Euro abgeschlossen. Das sind noch einmal sechs Prozent mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres“, erklärte Habermann.

Das Gebiet der Commerzbank-Niederlassung Mannheim – sie beschäftigt rund 350 Mitarbeiter – erstreckt sich bei Privat- und Unternehmerkunden (bis zu 15 Millionen Euro Jahresumsatz) auf die gesamte Region Rhein-Neckar außer der Pfalz und Bensheim. Bei Firmenkunden (zwischen 15 Millionen und 500 Millionen Euro Jahresumsatz) ist das Verantwortungsgebiet zuletzt um die Pfalz und das Saarland erweitert worden. Die Zahl der neuen Firmenkunden stieg im zweistelligen Bereich, konkrete Zahlen nannte das Unternehmen keine. Das Kreditvolumen blieb in der Region stabil.

Vorsorge für faule Kredite

Konzernweit haben Zinstief und Konjunktureintrübung die Geschäfte der Commerzbank nach den geplatzten Fusionsgesprächen mit der Deutschen Bank belastet. Dank geringerer Steuern konnte das Institut im zweiten Quartal allerdings einen Gewinneinbruch verhindern. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 271 Millionen Euro und damit eine Million weniger als ein Jahr zuvor. Der operative Gewinn brach hingegen stärker als gedacht um ein Viertel auf 298 Millionen Euro ein, auch weil die Bank die Risikovorsorge für faule Kredite erhöhte.

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Mit der Konzentration auf Privatkunden sowie Firmenkunden und Mittelstand sieht sich die Commerzbank, deren größter Anteilseigner der deutsche Staat ist, zwar grundsätzlich gut aufgestellt. Allerdings sind die Möglichkeiten zu Wachstum aus eigener Kraft begrenzt. In der Branche herrscht ein harter Preiskampf. Zugleich ist die Wende zu höheren Zinsen in weite Ferne gerückt. Der Commerzbank-Vorstand will im Herbst aufzeigen, wie das Institut nach 2020 weiterentwickelt werden soll. (mit dpa)

Redaktion Alexander Jungert, 1980 in Bruchsal geboren, hat beim "Mannheimer Morgen" volontiert und ist seit 2010 Wirtschaftsredakteur. Während des Studiums arbeitete er unter anderem für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und den "Tagesspiegel" in Berlin. Schreibt am liebsten darüber, was regionale Unternehmen und deren Mitarbeiter umtreibt.