Freudenberg Weinheimer Konzern Freudenberg entlässt 176 Mitarbeiter

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Carsten Propp
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Das Logo des Weinheimer Mischkonzerns Freudenberg. © dpa

Weinheim. 232 Beschäftigte hat die Freudenberg-Gesellschaft Performance Materials Apparel, die Einlagevliesstoffe für die Bekleidungsindustrie produziert, am Standort Weinheim. Bis Ende 2022 sollen 176 Mitarbeiter gehen – also drei Viertel der Belegschaft. Das kündigte das Unternehmen am Freitag in einer Pressemitteilung an.

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Bislang werden in Weinheim Einlagen für den europäischen Massenmarkt hergestellt, in der Fabrik im süditalienischen Sant´Omero kümmert man sich um hochwertige Einlagen für den europäischen Luxusmarkt. Die neue Arbeitsteilung sieht vor, dass Weinheim nur noch für die Herstellung des Basismaterials zuständig wäre; die Veredelung und Beschichtung soll dagegen im italienischen Werk gebündelt werden, wozu auch Produktionsanlagen nach Sant´Omero verlagert werden.

Zur Begründung erklärte das Unternehmen, dass der Massenmarkt im mittleren Preissegment in den vergangenen Jahren stark rückläufig sei. Wörtlich heißt es in der Mitteilung: „Die weltweite Pandemie hat diese Entwicklung extrem beschleunigt. Statt Anzug im Büro ist lockere Kleidung im Home-Office angesagt. Zudem leidet die Bekleidungsindustrie durch die Pandemie grundsätzlich unter einem starken Nachfrageeinbruch, von dem sie sich voraussichtlich erst in einigen Jahren erholen wird.“ Die Produktion in Weinheim sei seit mehreren Jahren nicht mehr ausgelastet. 2020 habe man dann wegen der Pandemie einen Produktionsrückgang „im deutlich zweistelligen Bereich“ verzeichnet.

„Wir sind alle geschockt“, erklärte Betriebsratsmitglied Murat Cin auf Nachfrage. Seiner Meinung nach werde die Corona-Krise als Alibi für „jahrelanges Missmanagement“ nur vorgeschoben