Tarifstreit - Menschenkette vor Mannheimer Werk

Warnstreik bei Alstom

Von 
Alexander Jungert
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Mannheim. Beschäftigte des Mannheimer Bahntechnik-Unternehmens Alstom (ehemals Bombardier) haben am Dienstag für 45 Minuten ihre Arbeit niedergelegt. Nach und nach kamen sie vor das Werkstor und sorgten mit einer meterlangen Menschenkette für den Stillstand in der Produktion. „Wir stehen hier, weil wir für unsere Forderungen nach Beschäftigungssicherung, Zukunftssicherung und mehr Entgeltvolumen kämpfen“, erklärte Janna Köke von der Mannheimer IG Metall. „Außerdem brauchen wir bessere Regelungen für Azubis und endlich einen Tarifvertrag auch für dual Studierende.“ Den Arbeitgebern warf sie vor, die Corona-Pandemie zu nutzen, um lang erkämpfte tarifliche Errungenschaften anzugreifen.

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Die Zugsparte von Bombardier gehört seit Anfang dieses Jahres zu Alstom. Am Mannheimer Werk wehen inzwischen Fahnen des französischen Konzerns.

Protest vor dem Mannheimer Alstom-Werk. © Thomas Tröster

Im Tarifstreit fordert die IG Metall unter anderem vier Prozent mehr Geld – entweder in Form von Lohnsteigerungen oder als zumindest partiellen Ausgleich, wenn ein Betrieb in der Krise die Arbeitszeit reduziert. Südwestmetall lehnt das ab und fordert stattdessen, tarifliche Sonderleistungen zu kürzen. Das wiederum will die Gewerkschaft nicht mitmachen.

Die bisher festgefahrenen Tarifverhandlungen in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie werden an diesem Mittwoch fortgesetzt. jung

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Redaktion Alexander Jungert, 1980 in Bruchsal geboren, hat beim "Mannheimer Morgen" volontiert und ist seit 2010 Wirtschaftsredakteur. Während des Studiums arbeitete er unter anderem für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und den "Tagesspiegel" in Berlin. Schreibt am liebsten darüber, was regionale Unternehmen und deren Mitarbeiter umtreibt.