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Automobil - Software-Dienste sollen stark ausgebaut und miteinander verzahnt werden / Chinesischer Partner beteiligt sich an Batteriefabrik

VW will autonomes Fahren für die breite Masse

Von 
Jan Petermann, Magdalena Tröndle
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Kaum kommt die E-Mobilität langsam auf Touren, richtet Volkswagen den Blick weiter in die Zukunft – in der Software die wichtigste Rolle spielt. © dpa

Wolfsburg. Pkw und Busse, die sich selber steuern. Apps, die das passende Shuttle oder Carsharing-Angebot suchen. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz scheint manchmal noch abstrakt – in den Autos des Volkswagen-Konzerns soll er bald ganz konkrete Realität werden.

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Das nächste „große Ding“

Der größte Hersteller Europas bündelt seine Pläne für den Hochlauf des autonomen Fahrens auf separaten Technologie-Plattformen – so wie man das bisher mit der Antriebstechnik machte. Die verschiedenen Dienstleistungen, die um eigene Fahrzeug-Software angeordnet sind, sollen konzernweit vereinheitlicht werden. Nach dem Ausbau der E-Mobilität soll es das nächste „große Ding“ werden, mit dem sich die Branche neu erfinden will.

VW-Chef Herbert Diess sieht bei diesem Thema beträchtliches Potenzial. „Die Mobilität 2030 wird autonom sein, digital, smart, nachhaltig und sicher“, sagte er am Dienstag zur Vorstellung der neuen Strategie. Das Konzept trägt seine Handschrift – und dürfte mit ein Grund dafür sein, dass er gerade einen Anschlussvertrag bis zum Herbst 2025 bekam. „Der Verkehr wird viel sicherer, Autos werden miteinander kommunizieren.“

Bisher muteten solche Vorstellungen noch etwas wolkig an. Sie werden allerdings jetzt zusehends mit Projekten unterlegt. So testet VW autonome Busse in München – weitere Vorhaben in Deutschland, den USA und China folgen. Zur Fußball-WM Ende 2022 in Katar sollen autonome E-Busse im Land des Großaktionärs vom Persischen Golf unterwegs sein.

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Das erwartete Marktvolumen ist gigantisch – auch wenn Schätzungen zum Umfang auseinandergehen. Die Einnahmen aus allen Autoverkäufen, die mit neuen Software-Funktionen zusammenhängen, werden von VW bis 2030 branchenweit auf bis zu 1,2 Billionen Euro taxiert. Dies könnte dazu führen, dass der Mobilitätsmarkt insgesamt auf fünf Billionen Euro zulegt. Allein in den fünf größten Automärkten Europas und bezogen auf Mobilitätsdienste im engeren Sinne rechnen die Wolfsburger mit umgerechnet 59 Milliarden Euro.

Bei der klassischen Auto-„Hardware“ soll der neue Basis-Baukasten „Scalable Systems Platform“ (SSP) für reine E-Fahrzeuge ab 2026 in die Produktion gehen. Letztlich sollen einmal alle Modelle an ihn angelehnt werden – auch die noch vorhandenen Verbrenner, die bis spätestens Mitte der 2030er Jahre im VW-Konzern auslaufen dürften.

Diess ist überzeugt: „Elektrofahrzeuge werden günstiger mit der Zeit durch unsere Skaleneffekte und Fortschritte.“ Derweil soll das Marktvolumen der Verbrenner bis 2030 um ein Fünftel abnehmen, auch wegen strikterer Regeln für die Emission von CO2 und Stickoxiden. „Gleichzeitig wird bis 2030 der globale Elektrofahrzeugmarkt gleichauf mit dem Absatz an Verbrennern liegen.“ Der Konzern will bis dahin die Hälfte seines Modellangebots auf E-Autos umgestellt haben.

Damit all die nötigen Batterien da sind, zieht VW Zellfabriken hoch. Beim Standort Salzgitter ist nun auch der chinesische Partner Gotion dabei. VW zieht in Salzgitter eine eigene Fertigung für die oft noch knappen Batteriezellen hoch, auch um unabhängiger von externen Lieferanten zu werden. Eine Pilotlinie gibt es hier schon. 

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