Konjunktur - Autobranche fordert vehement Kaufprämien VW verlangt „Impulsstoß“

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dpa
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Hannover. Volkswagen hat vor Beratungen der Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg über mögliche Auto-Kaufprämien in der Corona-Krise eine weitreichende Förderung gefordert. Man werde sich dafür starkmachen, „dass die Politik Geld für diesen Impulsstoß bereitstellt“, erklärte der Chef des Betriebsrats, Bernd Osterloh, am Mittwoch in einem Brief an die Mitarbeiter. „Wir wissen, dass wir damit nach Steuermitteln rufen“, heißt es darin. „Aber wir wissen auch, dass sich dieses Geld für unsere gesamte Gesellschaft klug anlegen ließe und sich so gleich mehrfach rechnen könnte – nämlich ökonomisch, ökologisch und sozial.“

VW-Chef Herbert Diess muss ein heftiges Gewinnminus vermelden. © dpa

Vorbild Abwrackprämie

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VW-Konzernchef Herbert Diess hatte „baldige kraftvolle Maßnahmen“ gefordert. Nach Vorstellung des Betriebsrats sollte ein Fördermodell eine „Impuls-Prämie“ für Neuwagenkäufe inklusive Leasing umfassen, die auch für moderne Verbrenner gilt und über „einen klar begrenzten Zeitraum“ läuft. Sie sollte ähnlich hoch sein wie die letzte Abwrackprämie und sich auch auf junge Gebrauchte erstrecken.

Der VW-Konzern stellt sich wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf deutlich schlechtere Geschäftszahlen im laufenden Jahr ein. Man erwarte ein „im Vorjahresvergleich gravierend rückläufiges“ operatives Ergebnis, das aber noch im positiven Bereich landen werde. Für das zweite Quartal rechnet Volkswagen sogar mit roten Zahlen im Tagesgeschäft. Auch der Umsatz dürfte „voraussichtlich deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen“, hieß es. Der größte Autokonzern der Welt gab die detaillierten Zahlen zum ersten Quartal bekannt. Demnach sackte der auf die Hauptanteilseigner entfallende Nettogewinn im Vergleich zum ersten Jahresviertel 2019 um mehr als 86 Prozent auf 405 Millionen Euro ab. Der Gewinn vor Steuern sank von 4,1 auf 0,7 Milliarden Euro. dpa