Nord Stream 2 - Bundesamt genehmigt Weiterbau Umwelthilfe prüft Klage

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dpa
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Hamburg. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat den sofortigen Weiterbau der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 in deutschen Gewässern genehmigt. Die bisherige Genehmigung hätte Arbeiten erst wieder ab Ende Mai zugelassen. Allerdings zeichnet sich Widerstand ab, der einen baldigen Weiterbau in der deutschen „Ausschließlichen Wirtschaftszone“ (AWZ) stoppen könnte. „Wir legen auf jeden Fall Widerspruch ein“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Sascha Müller-Kraenner. Man prüfe auch eine sofortige Klage. Laut DUH blieben Natur- und Klimaschutzargumente bei der BSH-Entscheidung unbeachtet. Der Bau werde zur besonders sensiblen Vogelrastzeit erlaubt. Ohnehin ist noch unklar, wann die Arbeiten in der deutschen AWZ wieder losgehen können.

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Die BSH-Genehmigung war notwendig geworden, weil eine Schweizer Firma ihre Spezialschiffe nach Sanktionsdrohungen der USA Ende 2019 abgezogen hatte. Nord Stream 2 musste nach dem Ausstieg der Schweizer allerdings auf einen anderen Schiffstyp umsteigen, für den die jetzt erteilte Genehmigung gilt.

150 Kilometer Rohre fehlen noch

Nach Angaben des russischen Energiekonzerns Gazprom als Hauptinvestor sind 94 Prozent der Pipeline fertiggestellt. Damit liegen mehr als 2300 Kilometer Rohre des Doppelstrangs auf dem Meeresboden. Es fehlen noch etwa 75 Kilometer je Strang – davon etwa 120 Kilometer in dänischen und etwa 30 Kilometer in deutschen Gewässern.

Um diese 30 Kilometer südlich der dänischen Insel Bornholm geht es bei der nun erteilten Genehmigung. Die verbleibende Strecke verlaufe zwar durch den Randbereich eines Vogelschutzgebietes, hieß es. Das habe aufgrund der Wassertiefe allerdings „eher geringe Bedeutung für bestimmte Rastvogelarten“. Außerdem handele es sich ohnehin um ein häufig befahrenes Gebiet. Dennoch schreibt das BSH zum Schutz der Seevögel für den Zeitraum von Januar bis Mai maximale Bauphasen von 30 Tagen mit 14-tägigen Pausen vor. dpa