Nahrungsmittel - Corona-Krise drückt auf Kerngeschäft / Aktienkurs leicht im Plus Südzucker bestätigt Prognose

Von 
Alexander Jungert
Lesedauer: 

Mannheim. Südzucker spürt die Corona-Pandemie deutlich, vor allem im Kerngeschäft mit Zucker. Getränkehersteller etwa liefern keine großen Mengen an Limonaden auf Festivals oder Sportveranstaltungen – wegen Corona fallen diese aus. Folglich benötigen Hersteller weniger Zucker für die Produktion. Hinzu kommt, dass die Ernte wegen Schädlingen und Trockenheit schwächer ausgefallen ist.

AdUnit urban-intext1

Das endgültige Zahlenwerk zum dritten Quartal und den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres habe die Probleme im Zuckergeschäft unterstrichen, meint Analyst John Ennis von der US-Investmentbank Goldman Sachs. Die Folge: Südzucker rutscht im Kerngeschäft tief in die roten Zahlen, im gesamten Geschäftsjahr wird ein operativer Verlust von bis zu 150 Millionen Euro erwartet.

Im dritten Quartal sind wesentliche Kennzahlen des Konzerns besser ausgefallen als im Vorjahreszeitraum. Das Segment Spezialitäten (unter anderem Freiberger Pizza) setzte das Wachstum fort. Höhere Ethanolerlöse und niedrigere Rohstoffpreise wirkten sich positiv auf das operative Ergebnis der Tochtergesellschaft CropEnergies aus.

Kürzere Rübenernte

Doch insgesamt muss Südzucker auf die Bremse drücken. Bereits kurz vor Weihnachten hatte Europas größter Zuckerhersteller die Prognose für das Geschäftsjahr gesenkt. Erwartet wird ein operatives Ergebnis von 190 bis 240 Millionen Euro. Die vorherige Prognose sah ein Ergebnis von 300 bis 400 Millionen Euro vor. Statt wie bislang erhofft 6,9 bis 7,2 Milliarden Euro soll das Geschäftsjahr 2020/2021 mit einem Umsatz von 6,6 bis 6,8 Milliarden Euro enden. Südzucker bestätigt nun zum dritten Quartal diese Angaben. Der Aktienkurs gewann am Donnerstag leicht um 1,4 Prozent.

AdUnit urban-intext2

Wegen der Trockenheit und des Schädlingsbefalls wird die durchschnittliche Dauer der Rübenernte mit voraussichtlich 106 Tagen etwa eine Woche unter dem Vorjahr liegen. Nach Angaben eines Südzucker-Sprechers ist die Verarbeitung an den Standorten Offenau (bei Heilbronn), Offstein (Pfalz) und Ochsenfurt (Franken) beendet. Unter anderem in Zeitz (Sachsen-Anhalt) läuft sie noch.

Redaktion Alexander Jungert, 1980 in Bruchsal geboren, hat beim "Mannheimer Morgen" volontiert und ist seit 2010 Wirtschaftsredakteur. Während des Studiums arbeitete er unter anderem für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und den "Tagesspiegel" in Berlin. Schreibt am liebsten darüber, was regionale Unternehmen und deren Mitarbeiter umtreibt.