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Überblick - Die Länder in Europa gehen mit den anhaltend hohen Energiepreisen äußerst unterschiedlich um / Einige greifen direkt in den Markt ein, andere arbeiten mit finanziellen Hilfen

Steuersenkung, Preisdeckel oder Gutscheine

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dpa
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Wegen der stark steigenden Energiepreise verschieben viele Firmen Investitionen und müssen Preise erhöhen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Brüssel. Strom und Gas werden immer teurer. Wegen der russischen Invasion in die Ukraine schätzt die EU-Kommission, dass die Preise in diesem Jahr hoch bleiben. Länder in Europa gehen unterschiedlich damit um: Einige setzen eher auf gezielte Maßnahmen für Haushalte mit schwachem Einkommen, die am meisten betroffen sind. Andere Länder haben Steuern vorübergehend für alle gesenkt oder einen Preisdeckel eingeführt. Eine Übersicht.

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Deutschland

Deutschland hat bisher zwei Entlastungspakete beschlossen. Ein zentraler Baustein ist die Abschaffung der EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms über die Stromrechnung ab Juli. Zudem soll jeder einkommenssteuerpflichtige Erwerbstätige einmalig 300 Euro brutto bekommen. Die Energiesteuer auf Kraftstoffe soll für drei Monate auf das europäische Mindestmaß abgesenkt werden.

Gleichzeitig soll es ab Juni für drei Monate günstigere Tickets im öffentlichen Nahverkehr geben. Für finanzschwache Haushalt gibt es einen Heizkostenzuschuss, für Fernpendler eine höhere Pendlerpauschale. Dazu kommen Zuschläge für Familien mit Kindern und höhere Freibeträge bei der Steuererklärung.

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Österreich

Die Regierung in Österreich will vor allem die Steuern auf Gas und Strom für private Nutzer und kleine Betriebe stark senken. Außerdem sollen Steuererleichterungen für Berufspendler ausgebaut werden.

Frankreich

Frankreich hatte bereits im Herbst die Strom- und Gaspreise gedeckelt. Für rund sechs Millionen Haushalte mit geringem Einkommen wurde zusätzlich ein Energie-Scheck über 100 Euro ausgezahlt. Im Januar entschied die Regierung, den Preisanstieg bei Strom für 2022 auf vier Prozent zu begrenzen.

Großbritannien

In Großbritannien gibt es eine Deckelung der Energiepreise für Privathaushalte, er wurde zum 1. April jedoch angehoben. Alle Haushalte sollen zudem einmalig 200 Pfund (rund 240 Euro) ihrer Energiekosten erlassen bekommen, müssen dies aber an die Regierung zurückzahlen.

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Belgien

Die Mehrwertsteuer auf Strom und Gas ist vorübergehend von 21 auf 6 Prozent gesenkt worden. Außerdem soll jeder Haushalt eine Einmalzahlung von 100 Euro bekommen, solche mit wenig Einkommen erhalten bis September einen Spezialtarif. Abgaben für Diesel und Benzin wurden um 17,5 Cent pro Liter gesenkt.

Niederlande

Die Niederlande haben die Energiesteuer reduziert und wollen ab Sommer auch die Mehrwertsteuer auf Energie von 21 auf 9 Prozent senken. Auch die Abgaben auf Benzin und Diesel wurden um 21 Prozent reduziert. Haushalte mit sehr geringem Einkommen bekommen eine Einmalzulage von je 800 Euro.

Dänemark

In Dänemark können Haushalte bis zu einem bestimmten Jahreseinkommen mit einem steuerfreien Wärme-Scheck von 6000 Kronen (rund 800 Euro) rechnen.

Schweden

Schweden will die Kraftstoffsteuer vom 1. Juni bis 31. Oktober auf das EU-Mindestniveau senken, hier sollen die Autobesitzer eine Einmalzahlung von 1000 bis 1500 Kronen (94 bis 141 Euro) erhalten. Auch das Wohngeld für Familien mit Kindern soll erhöht werden.

Polen

Polen hat ab dem 1. Februar den Steuersatz auf Treibstoff für sechs Monate gesenkt. Der Mehrwertsteuersatz für Benzin und Diesel wurde von 23 auf 8 Prozent gesenkt. Auch Gas und Düngemittel sind komplett von der Mehrwertsteuer befreit.

Tschechien

In Tschechien hat die Regierung die Steuern für Pkw, Autobusse und Laster bis zwölf Tonnen gestrichen. Zugleich wurde die Verpflichtung aufgehoben, Benzin und Diesel teureren Bio-Kraftstoff beizumischen.

Ungarn

In Ungarn gilt seit 2013 eine Wohnnebenkosten-Bremse. Die Strom- und Gaspreise wurden um 25 Prozent gesenkt und eingefroren. Die Verluste tragen die Energieunternehmen, die Ministerpräsident Viktor Orban zunehmend verstaatlicht hat.

Slowenien

In Slowenien erhielten einkommensschwächere Bürger einmalig Energiegutscheine in Höhe von 150 Euro, Großfamilien 200 Euro.

Kroatien

Kroatien hat die Mehrwertsteuer bei Gas dauerhaft von 23 auf 15 Prozent gesenkt, für das nächste Jahr sogar auf 5 Prozent. Gleichzeitig gibt es Beihilfen für Rentner und andere einkommensschwache Gruppen sowie eine Abgabenentlastung für den Stromerzeuger Hep.

Bulgarien

Die Regierung in Bulgarien hat die Verbraucherpreise für Strom und Gas im ersten Quartal 2022 auf dem Stand von 2021 eingefroren.

Rumänien

Auch Rumänien hat Ende März die Preise für Strom und Erdgas gedeckelt. Es wird geschätzt, dass etwa drei Viertel der Haushalte von der Strompreisbeschränkung profitieren. Die Regierung hat zudem ein milliardenschweres Subventionspaket beschlossen.

Griechenland

Die Regierung in Griechenland zahlt ihren Bürgern etwa ein Drittel der Stromrechnungen seit Januar. Zudem erhalten alle Rentner mit geringem Einkommen eine einmalige Unterstützung in Höhe von 200 Euro.

Italien

In Italien sollen einkommensschwache Haushalte je nach ihrer Größe und ihrem Verbrauch ab dem zweiten Quartal 2022 finanziell bei ihren Strom- und Gasabrechnungen unterstützt werden. Außerdem sollen Netzentgelte für Verbraucher entfallen und es gibt eine Mehrwertsteuersenkung bei den Gas-Abrechnungen. Die Regierung steuerte zuletzt außerdem 25 Cent je Liter Kraftstoff an der Zapfsäule bei. Italien finanziert diese Maßnahmen unter anderem mit einer Besteuerung der Extra-Gewinne der Energie-Unternehmen.

Spanien

In Spanien werden den Kunden bis Ende Juni an den Tankstellen je Liter Benzin und Diesel 20 Cent erstattet.

Portugal

Bürger werden an den Zapfsäulen durch Tank-Gutscheine entlastet. Wie Spanien will das Land den Preis für bei der Stromerzeugung benutztes Gas deckeln und so in die Strompreisbildung eingreifen. Da der Strompreis zurzeit vom Gaspreis abhängig ist, erhoffen sie sich, dass so die Stromrechnungen für die Bürger sinken. Der Vorschlag muss allerdings noch von der EU-Kommission geprüft werden. Spanien hat bereits 2021 die Mehrwertsteuer auf Strom auf zehn Prozent gesenkt. dpa

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