Maschinenbau: Angeblich verhandelt der Druckmaschinenbauer mit dem Finanzministerium Staatshilfe für Heideldruck?

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Matthias Kros

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Heidelberg. Die krisengeschüttelte Heidelberger Druckmaschinen AG verhandelt angeblich über Staatshilfen. Das will das Börsenblatt "Platow-Brief" erfahren haben. Danach soll Finanzvorstand Dirk Kaliebe bereits in der vergangenen Woche in Berlin mit Vertretern des Finanzministeriums zusammengetroffen sein. Dabei sei es laut "Platow-Brief" vor allem um staatliche Garantien gegangen.

Die Bundesregierung hatte wegen der Finanzkrise vor kurzem beschlossen, deutschen Unternehmen befristet Hilfen im Gesamtvolumen von 100 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Daraus sollen Bürgschaften beziehungsweise Garantien oder Kredite gegeben und Beteiligungen finanziert werden.

Ein Heideldruck-Sprecher wollte den Bericht gestern weder bestätigen noch dementieren. Er verwies aber auf Äußerungen von Vorstandschef Bernhard Schreier Anfang Februar, nach denen man grundsätzlich "ausreichend finanziert" sei. Trotzdem prüfe das Unternehmen alle Optionen einer weiteren Finanzierung. Dazu gehöre auch die Frage, ob Heideldruck von den aufgelegten Konjunktur- und Rettungspaketen der Bundesregierung profitieren könne.

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Schreier hatte bislang auf den Einstieg eines privaten Investors gehofft. Trotz des zuletzt stark gesunkenen Aktienkurses hat sich aber noch kein ernsthafter Interessent gefunden. Das könnte auch an der finanziellen Situation bei der Heidelberger Druckmaschinen AG liegen, die aufgrund der Wirtschaftskrise momentan ziemlich angespannt ist. So hatten sich im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2008/09 (Oktober bis Dezember) die Auftragseingänge fast halbiert. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet der Vorstand einen deutlichen Fehlbetrag. Sparmaßnahmen wie Kurzarbeit und Personalabbau sind bereits eingeleitet. Heideldruck beschäftigt in der Metropolregion Rhein-Neckar (Heidelberg und Wiesloch) rund 8650 Mitarbeiter.

Laut "Platow-Brief" dürften die Chancen auf staatliche Garantien nicht schlecht stehen. Als Weltmarktführer für Druckmaschinen müsse das Unternehmen während der Krise nur "überwintern" und hätte gute Karten, sobald die Konjunktur wieder anspringt.