Medien: Ab heute vertreibt der Technikhersteller sein Lesegerät für elektronische Bücher im deutschen Buchhandel - ein Produkttest Sony-Gerät lohnt sich nur für Viel-Leser

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Tatjana Schneider

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Mannheim. Als "Buch der Bücher" preist der Technikhersteller Sony sein neues Lesegerät für E-Books an. Heute startet der Verkauf in mehreren hundert Buchhandlungen, darunter allen Thalia-Filialen. Wir haben das Gerät für Sie getestet.

Die Optik: Von außen betrachtet sieht der Sony PRS-505 wie ein schlankes Buch aus. Das Lesegerät versteckt sich in einem ledernen Einband, den man wie ein Buch aufklappt. Mit einem Gewicht von 260 Gramm und einer Größe von 18 auf 13 Zentimetern passt das Lesegerät in fast jede Handtasche.

Die Bedienung: Die Handhabung des Gerätes, das nur wenige Tasten hat, ist relativ einfach. Auch das Lesen ist recht angenehm. Die Schrift hebt sich klar vom Hintergrund ab, Nutzer können zwischen drei Größen wählen. Das Umblättern dauert etwas länger als per Hand. Im Dunkeln benötigt man - wie bei einem gedruckten Buch - Licht zum Lesen. Um neue E-Books auf den Reader zu ziehen, muss man ihn an einen Computer anschließen. Nutzer können also nicht einfach unterwegs ein neues E-Book herunterladen.

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Die Möglichkeiten: Der Sony PRS-505 liest Textdateien in verschiedenen Formaten: EPUB, Adobe PDF, Microsoft Word2, TXT und RTF. Nutzer können sich also bei verschiedenen Anbietern im Internet E-Books im entsprechenden Format kaufen und sie auf das Lesegerät übertragen. Auch eigene Word- oder PDF-Dateien kann man auf dem Sony PRS-505 speichern. Zudem spielt das Gerät Musikdateien zum Beispiel im MP3-Format ab und zeigt Bilder an.

Die Grenzen: Eine der wichtigsten Hürden für den Erfolg des Geräts dürfte das derzeitige Angebot an deutschsprachigen E-Books sein. Zwar wirbt Sony damit, dass zum Marktstart einige tausend Titel zur Verfügung stehen. Trotzdem bekommen Käufer des Lesegerätes bei weitem nicht jedes Buch als E-Book. So halten sich auch große Verlage noch zurück. "Das Gerät ist nicht der Weisheit letzter Schluss", glaubt Michael Justus, kaufmännischer Geschäftsführer der S. Fischer Verlage. Der Verlag warte daher ab, bis überzeugendere Lesegeräte am Markt seien und wolle erst dann ein umfassendes Angebot an E-Books vorlegen. Eine weitere Grenze des Sony Readers ist, dass man damit am Ende eben doch "nur" lesen kann - was verglichen zum Beispiel mit modernen Multifunktionshandys wie dem iPhone relativ wenig ist.

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Die Kosten: Nach Herstellerangaben kostet das Sony PRS-505 mit zwei vorinstallierten Romanen 299 Euro. Dazu kommen die Kosten für weitere E-Books. Sie sind teils etwas günstiger als gedruckte Ausgaben.

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Fazit: Das Lesegerät von Sony ist eine nette Spielerei und eignet sich vor allem für Menschen, die häufig unterwegs sind und dabei viel lesen wollen. Für alle anderen dürfte ein Produkt, mit dem man erstens nicht jedes Buch lesen und zweitens weder telefonieren, arbeiten oder E-Mails schreiben kann, mit knapp 300 Euro zu teuer sein. Zumal man die Bücher ja auch noch bezahlen muss. Um sich bei der Masse durchzusetzen müsste das Gerät also entweder deutlich günstiger werden oder weitere Funktionen bieten.