Industrie - Übernahme von Versicherungsmakler steht MLP kauft zu

Von 
Alexander Jungert
Lesedauer: 

Wiesloch. Der Wieslocher Finanzdienstleister MLP übernimmt den Versicherungsmakler RVM aus Eningen im Süden Baden-Württembergs – und baut damit die Sparte Gewerbe- und Industrieversicherungen aus. Vorstandsvorsitzender Uwe Schroeder-Wildberg kündigte am Montagabend weitere Zukäufe an. Ziel sei es, „mittelfristig eine wesentliche Position in diesem Markt einzunehmen“, sagte er laut Mitteilung. Der Gesamtpreis für RVM liege im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zuletzt von 40 bis 50 Millionen Euro berichtet.

AdUnit urban-intext1

RVM soll unter derselben Marke und demselben Management fortgeführt werden. Das Unternehmen hat mehr als 2500 Bestandskunden und etwa 200 Mitarbeiter. RVM kauft betriebliche Versicherungen für den Mittelstand ein, etwa als Absicherung gegen Unterbrechungen der Produktion. MLP erhofft sich den Vorteil, bei Geschäftskunden in der betrieblichen Altersvorsorge auch deren Bedarf bei Industrieversicherungen nun aus einer Hand bedienen zu können. Die Wieslocher hatten schon Anfang Januar eine mögliche Übernahme von RVM in Aussicht gestellt.

Ergebnis besser als erwartet

MLP erwartet ab dem ersten vollen Geschäftsjahr 2022 einen mittleren einstelligen Millionen-Beitrag beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem neuen Segment Industrieversicherungsmakler, dem in einem ersten Schritt RVM angehören wird. Die Übernahme soll im zweiten Quartal vollzogen sein.

MLP hat das Geschäftsjahr 2020 mit einem stark verbesserten Betriebsergebnis abgeschlossen und die eigenen Erwartungen übertroffen. Wie das Unternehmen zuletzt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte, betrug das Ebit rund 59 Millionen Euro – eine Steigerung um 20 Prozent nach 47,1 Millionen Euro im Vorjahr. Am 25. Februar werden die endgültigen Zahlen vorgestellt. 

Redaktion Alexander Jungert, 1980 in Bruchsal geboren, hat beim "Mannheimer Morgen" volontiert und ist seit 2010 Wirtschaftsredakteur. Während des Studiums arbeitete er unter anderem für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und den "Tagesspiegel" in Berlin. Schreibt am liebsten darüber, was regionale Unternehmen und deren Mitarbeiter umtreibt.