Curevac - Tübinger Unternehmen gibt fünf Millionen Aktien aus / Zulassung für das zweite Quartal erwartet Mit neuem Kapital zum Corona-Impfstoff

Von 
Bettina Eschbacher
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Firmensitz von Curevac ist Tübingen, die Aktie ist an der US-Börse notiert. © dpa

Tübingen. Der Tübinger Impfstoffhersteller Curevac plant eine Kapitalerhöhung – und will einen großen Teil der Einnahmen daraus in die Forschung und Produktion seines Corona-Impfstoffes stecken. Das teilte ein Curevac-Sprecher auf Anfrage mit. Das Geld soll aber auch für die Entwicklung anderer Produkte verwendet werden, die im vergangenen Jahr wegen der Pandemie weniger im Fokus standen. „Für uns ist jetzt ein guter Zeitpunkt für eine Kapitalerhöhung“, sagte der Sprecher.

Hopp bisher Hauptinvestor

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Hauptinvestor ist bisher der SAP-Mitgründer Dietmar Hopp, und zwar über seine Beteiligungsgesellschaft dievini. Hopp hält rund 50 Prozent der Anteile. Ob auch er nun neue Aktien kaufen will, darüber machte der Sprecher keine Angaben. Auch die Bundesregierung hält zum Beispiel über die Staatsbank KfW Anteile, aktuell sind es 17 Prozent. Curevac hatte am Montagabend bekanntgegeben, dass es – rund ein halbes Jahr nach dem Börsengang – fünf Millionen neue Aktien verkaufen will. Bei entsprechender Nachfrage soll auch eine Aufstockung um 15 Prozent möglich sein.

Börsenexperten halten es für möglich, dass Curevac dabei 500 Millionen Euro einnehmen könnte. Zu diesen Erwartungen wollte der Sprecher sich nicht äußern. „Derzeit laufen Gespräche mit Investoren, erst danach wird ein Volumen feststehen.“ Die Aktien sollen „in Kürze“ ausgegeben werden, sobald die Genehmigung der US-Börsenaufsicht SEC erfolgt ist.

Curevac war im August 2020 an die US-Börse Nasdaq gegangen – mit großem Erfolg. Der Kurs lag zum Handelsschluss mit 55,90 Dollar weit über dem Ausgabepreis der Aktie von 16 Dollar. Curevac hatte somit mehr als 200 Millionen Dollar eingenommen. Seitdem hat sich der Wert der Aktie fast verdoppelt, zum Börsenschluss am Montag waren es 104,50 Dollar. Am Dienstag lag der Kurs im Tagesverlauf leicht im Minus. Curevac befindet sich in der finalen Phase bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs. Der Sprecher bekräftigte, dass die Zulassung im zweiten Quartal dieses Jahres kommen soll. Zuerst werde sie für Europa beantragt, dann schrittweise in anderen Ländern. Curevac arbeitet an einem Mittel, das wie das von Biontech und Moderna auf Basis des Botenstoffs mRNA funktioniert.

Später als die Konkurrenz

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Allerdings sind die Impfstoffe der Konkurrenz längst zugelassen und im Einsatz. Dass der Curevac-Impfstoff Monate später auf den Markt kommt, werde keinen negativen Einfluss auf das Interesse an den neuen Aktien haben, betonte der Sprecher. Der Bedarf an Corona-Impfstoffen sei weltweit riesig und werde das auch über die nächsten Monate bleiben.

Zudem habe das Curevac-Produkt einige Vorteile: So werde eine weit geringere Dosis für eine Impfung gebraucht als bei den vergleichbaren Anbietern. „Damit lässt sich mehr aus der Produktion herausholen.“ Und der Curevec-Impfstoff müsse nicht aufwendig bei minus 70 Grad gekühlt werden, das erleichtere den Transport.

Redaktion Bettina Eschbacher ist die Koordinatorin Wirtschaft und Wirtschaftsredakteurin.