Transparenz - Rhein-Neckar-Kammer will bis Jahresende entscheiden / Hintergrund ist Forderung des Bayerischen Rechnungshofs IHK prüft Offenlegung der Gehälter

Von 
Matthias Kros
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Mannheim. Die IHK Rhein-Neckar prüft eine Offenlegung der Gehälter ihrer Geschäftsführung. Das bestätigte die Kammer gestern auf Anfrage in Mannheim. "In enger Abstimmung mit anderen Industrie- und Handelskammern bundesweit überlegen wir, inwieweit wir für unsere Mitgliedsunternehmen Transparenz zu den Gehältern der Geschäftsführung herstellen sollen und dürfen", sagte IHK-Präsident Gerhard Vogel (Bild). Bis Jahresende rechnet er mit einer Entscheidung.

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Hintergrund ist eine entsprechende Forderung des Bayerischen Obersten Gerichtshofs. Dieser hatte bereits 2011 die IHK Schwaben stellvertretend für alle Industrie- und Handelskammern in Bayern geprüft. In ihrem Abschlussbericht drangen die Zuständigen darauf, dass die IHKs den Vergütungsrahmen ihrer Führungskräfte der jeweiligen Vollversammlung vorlegen sollten. Zudem wurde kritisiert, dass das Vergütungsniveau der Führungskräfte teils deutlich höher sei als die Saläre im Öffentlichen Dienst. Schließlich finanzierten sich die Kammern überwiegend aus den Pflichtbeiträgen ihrer Mitglieder und trügen kein unternehmerisches Risiko, hieß es weiter.

In der Folge haben bereits die Kammern München und Augsburg die Gehälter ihrer Führungskräfte veröffentlicht. In der Landeshauptstadt erhält die dreiköpfige Geschäftsführung demnach insgesamt 621 000 Euro jährlich, in Augsburg bekommen die drei Geschäftsführer zusammen gut 400 000 Euro.

Die IHK Rhein-Neckar hat mit Axel Nitschke einen Hauptgeschäftsführer sowie sieben weitere Geschäftsführer - also vergleichsweise viele. Vertreten werden nach eigenen Angaben 72 000 Mitgliedsunternehmen. Sie sind per Gesetz zur Mitgliedschaft verpflichtet und zahlen laut IHK Rhein-Neckar im Durchschnitt 162 Euro pro Jahr. Die Kammer weist allerdings daraufhin, dass etwa 40 Prozent der eigenen Mitglieder vom Pflichtbeitrag befreit sind, weil ihr Gewerbeertrag zu niedrig sei. In Deutschland gibt es derzeit rund 80 Industrie- und Handelskammern.

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