Gewerkschaft - Stellenabbau sorgt für Schwund IG Metall verliert Mitglieder

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dpa
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Frankfurt. Abstand, Maske, Arbeitskampf – mit diesem Dreiklang hat die IG Metall versucht, in Zeiten der Pandemie ihre Arbeit in den Betrieben fortzusetzen. Doch während sie in der Corona-Krise auf der politischen Ebene durchaus Akzente setzen konnte, fehlte am Arbeitsplatz die direkte Ansprache und Jobs gingen verloren. Die Folge: Deutschlands stärkste Gewerkschaft hat im Corona-Jahr 2020 unter dem Strich knapp 48 000 Mitglieder weniger als ein Jahr zuvor.

Finanzielles Polster

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Erstmals seit 2009 sanken damit im Vergleich zum Vorjahr auch die Beitragseinnahmen auf noch 591 Millionen Euro. Das waren zwar rund sieben Millionen Euro weniger als im Rekordjahr 2019, doch beim Hauptkassierer Jürgen Kerner sind die Sorgen angesichts von erneut 89 Millionen Euro Rückstellungen eher gering: „Keine politische Aktion, kein Streik wird an den Finanzen scheitern“, erklärte er.

Der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann nannte den Abbau von 120 000 Jobs in der Metall- und Elektroindustrie und Zehntausender Zeitarbeitsstellen als wichtige Gründe für den Mitgliederschwund auf noch 2,2 Millionen Menschen. Zudem habe es in der Krise faktisch keine Neueinstellungen gegeben: „Mitglied wird man aber durch die direkte Ansprache.“