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Cyberattacke - Kriminelle fordern über Software Lösegeld

Hunderte Firmen gehackt

Von 
dpa
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Washington. Bei der jüngsten Attacke mit Erpressungssoftware haben Hacker auf einen Schlag hunderte Unternehmen ins Visier genommen. Sie nutzten eine Schwachstelle beim amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya, um dessen Kunden mit einem Programm zu attackieren, das Daten verschlüsselt und Lösegeld verlangt. Folgen waren bis nach Schweden zu spüren, wo die Supermarkt-Kette Coop fast alle Läden schließen musste. Das volle Ausmaß der Schäden blieb zunächst unklar. Die IT-Sicherheitsfirma Huntress sprach von mehr als 1000 Unternehmen, bei denen Systeme verschlüsselt worden seien.

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Beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) meldete sich auch ein betroffener IT-Dienstleister aus Deutschland. Dessen Kunden seien in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte ein BSI-Sprecher. Es handele sich um einige tausend Computer bei mehreren Unternehmen. Nicht ausgeschlossen sei, dass am Montag weitere Firmen mit Beginn der Arbeitswoche Probleme feststellten.

Bei dem jüngsten Angriff haben Hacker hunderte Firmen attackiert. © dpa

US-Präsident Joe Biden ordnete eine Untersuchung des Angriffs durch die Geheimdienste an. „Der erste Eindruck war, dass die russische Regierung nicht dahintersteckt – aber wir sind uns noch nicht sicher“, sagte Biden nach Fragen von Reportern am Samstag. IT-Sicherheitsexperten hatten die Attacke anhand des Software-Codes der Hackergruppe REvil zugeordnet, die in Russland verortet wird.

Biden droht mit Konsequenzen

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REvil steckte vor wenigen Wochen bereits hinter dem Angriff auf den weltgrößten Fleischkonzern JBS, der als Folge für mehrere Tage Werke unter anderem in den USA schließen musste. Biden hatte den russischen Präsidenten Wladimir Putin bei deren Treffen in Genf im Juni aufgefordert, auch keine Aktivitäten von Hackergruppen zu tolerieren und mit Konsequenzen bei weiteren Attacken gedroht.

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Kaseya teilte am Wochenende mit, nach bisherigen Erkenntnissen seien weniger als 40 Kunden betroffen. Allerdings waren darunter auch wiederum Dienstleister, die ihrerseits mehrere Kunden haben. So entstand eine Art Domino-Effekt. Auf diesem Wege traf es auch über mehrere Stufen die schwedische Coop-Kette, bei der die Kassensysteme nicht mehr funktionierten. 

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