Gastgewerbe, Handwerk, Zeitarbeit: Was die Coronakrise für Beschäftigte dieser Branchen bedeutet

Von 
Tatjana Junker
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Das Gastgewerbe ist durch die Pandemie schwer getroffen, Besserung ist kaum absehbar. Im regionalen Handwerk sind die Beschäftigungsaussichten relativ gut. Zeitarbeiter hat die Corona-Pandemie indes besonders schwer getroffen. Was die Coronakrise für Beschäftigte dieser Branchen bedeutet:

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Sorge um Jobs im Gastgewerbe

Geschlossene Hotels, Restaurants, Clubs: Das Gastgewerbe ist durch die Pandemie schwer getroffen, Besserung ist kaum absehbar. Bei vielen Hoteliers und Gastwirten in der Region drohen Entlassungen: Laut der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Pfalz von Mitte Dezember bis Mitte Januar denken 39 Prozent derzeit darüber nach, sich von Beschäftigten zu trennen. Ähnlich sieht es in Südhessen aus: Dort gaben in einer Umfrage der IHK Darmstadt 29 Prozent der befragten Gastwirte und Hotels an, dass sie Mitarbeitende entlassen wollen. Im Kammerbezirk der IHK Rhein-Neckar gehen einem Sprecher zufolge „tendenziell zwei Drittel der Unternehmen im Hotel- und Gaststättengewerbe von sinkenden Beschäftigungszahlen in den nächsten zwölf Monaten aus.“ 

Handwerk: Relativ stabile Aussichten

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Im regionalen Handwerk sind die Beschäftigungsaussichten relativ gut – „zumindest Stand heute“, betont Detlef Michalke, Sprecher der Handwerkskammer Mannheim Rhein Neckar Odenwald. Die meisten der knapp 13 000 Mitgliedsbetriebe in der Region könnten trotz Pandemie arbeiten. „Die Aufträge laufen auch, die Menschen investieren.“ Insgesamt arbeiten in den Mitgliedsfirmen der Kammer rund 87 500 Menschen.

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Sorgen macht sich der Sprecher allerdings um die mehr als 1200 Friseurbetriebe in der Region, die seit Wochen zwangsgeschlossen sind. „Wie viele davon überleben, steht in den Sternen“, sagt Michalke. Entsprechend unsicher sei die Situation für die Beschäftigten. „Einige Friseure haben zum Beispiel die Ausbildungsverträge, die sie vor einigen Monaten geschlossen haben, in der Probezeit wieder gelöst, weil sie den jungen Leuten keine Perspektive bieten können“, sagt Michalke.

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Auch Beschäftigte in Kurzarbeit hätten es nicht leicht: Die Gehälter in der Friseurbranche seien ohnehin nicht üppig, entsprechend mager sei das Kurzarbeitergeld. „Und die Trinkgelder fallen auch noch weg.“ 

Kündigungen bei Zeitarbeitsfirmen

Beschäftigte bei Zeitarbeitsfirmen hat die Pandemie besonders schwer getroffen: Fast jedes zweite Unternehmen habe Mitarbeitenden kündigen müssen, weil die Aufträge ausblieben, heißt es in einer Mitteilung des Branchenverbands iGZ. Bei mehr als 80 Prozent der Zeitarbeitsfirmen seien die Einsätze von Beschäftigten in externen Betrieben vorzeitig beendet worden. Viele hätten daher auch Kurzarbeit angemeldet. In einer Umfrage des Verbands habe ein knappes Viertel der Unternehmen zudem angegeben, dass es die Corona-Krise als existenzbedrohlich für das eigene Geschäft betrachtet. Der iGZ ist nach eigenen Angaben der mitgliederstärkste Arbeitgeberverband der Zeitarbeitsbranche und vertritt die Interessen von rund 3700 Mitgliedsunternehmen bundesweit. 

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Redaktion Wirtschaftsreporterin