Energie - Steigende Netzentgelte belasten Verbraucher Gaspreise weiter hoch

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dpa
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Die Netzentgelte machen rund ein Viertel des Gaspreises aus. © dpa

Heidelberg/München. Die Gasverbraucher in Deutschland haben trotz zuletzt sinkender Importpreise keine Entlastungen bei ihrer Gasrechnung zu erwarten. Die Entgelte für die Gasnetze werden im kommenden Jahr im bundesweiten Durchschnitt um ungefähr drei Prozent steigen, teilten die Internet-Portale Check24 und Verivox am Mittwoch in München und Heidelberg mit. Sie wirken damit möglichen Preissenkungen entgegen. Die Netzentgelte machen rund ein Viertel des Gaspreises aus; im Schnitt ungefähr 377 Euro im nächsten Jahr bei einem Haushalt mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden.

„Kaum Preissenkungen“

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Beide Internet-Portale arbeiten mit vorläufigen Daten der großen Verteilnetzbetreiber; einen kompletten Überblick für das nächste Jahr gibt es noch nicht. Im Bundesdurchschnitt würde die Erhöhung ungefähr elf Euro betragen. Die höchsten Netzgebühren zahlen mit 511 Euro pro Jahr die Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern, die niedrigsten mit 294 Euro die Gaskunden in Berlin.

Der Gaspreis ist für die Endverbraucher nach jahrelangem Rückgang seit dem vergangenen Herbst wieder gestiegen, im Wesentlichen wegen internationaler Entwicklungen. Doch der Trend auf dem europäischen Gasmarkt hat schon wieder gedreht. Seit Jahresbeginn sind die Import- und die Großhandelspreise kräftig gefallen, um rund ein Drittel.

Die Endkunden haben davon bislang kaum oder gar nicht profitiert. „Das Gaspreisniveau in dieser Heizperiode wird hoch bleiben“, sagte Valerian Vogel von Verivox. „Kaum ein örtlicher Gasversorger hat bisher Preissenkungen angekündigt.“ Nach den bisherigen Erfahrungen dauere es über ein Jahr, bis sich gesunkene Großhandelspreise deutlich auf das Preisniveau für private Verbraucher auswirken.