Handel - Bund springt Warenhauskonzern bei – auch um den Innenstädten zu helfen Galeria Karstadt Kaufhof erhält Millionenkredit vom Staat

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dpa
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Erst Ende September hatte Galeria Karstadt Kaufhof ein Insolvenzverfahren abgeschlossen. Dabei waren auch rund 4000 Stellen abgebaut worden. © dpa

Berlin/Essen. Staatskredit für Galeria Karstadt Kaufhof (GKK): Die Bundesregierung will dem letzten großen deutschen Warenhauskonzern nach dpa-Informationen mit einem Darlehen von bis zu 460 Millionen Euro unter die Arme greifen. Der Ausschuss des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) gab am Mittwoch grünes Licht für ein sogenanntes Nachrangdarlehen.

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Der Hintergrund der Hilfsaktion: Die 131 Warenhäuser des von der Corona-Krise hart getroffenen Konzerns gelten als unverzichtbare Publikumsmagneten in vielen Fußgängerzonen. Mit der Unterstützung leiste die Bundesregierung einen wichtigen Beitrag, um Arbeitsplätze zu sichern und die aktuell schwierige Lage für das Unternehmen zu überbrücken, hieß es in Berlin.

Konzernchef-Chef Miguel Müllenbach zeigte sich nach der Entscheidung erleichtert. In einem Mitarbeiterbrief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, schrieb er, der Überbrückungskredit werde dem Konzern die nötige Liquidität in den nächsten Wochen und Monaten der Pandemie sichern. Der Konzern könne dank der Hilfen die geplanten Investitionen in die Zukunft von Galeria weiter voll umsetzen. „Jetzt kämpfen wir weiter. Es geht um rund 17 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und zigtausende Jobs bei unseren Lieferanten und Partnern“, schrieb er.

Müllenbach versprach, GKK werde das Darlehen mit Zinsen zurückzahlen. „Der Steuerzahler hat durch diesen Kredit weder ein Risiko noch einen Nachteil.“ Der Eigentümer Signa stelle ebenfalls frische finanzielle Mittel zur Verfügung und habe das Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten bereits mit insgesamt 550 Millionen Euro unterstützt.

Angemessene Verzinsung

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Die Hilfsmaßnahmen sind nach dpa-Informationen an umfangreiche Auflagen und rechtliche Vorgaben geknüpft, außerdem muss der Konzern eine angemessene Verzinsung zahlen. Zuvor hatten bereits die Lufthansa, der Reisekonzern Tui und weitere Unternehmen staatliche Hilfen erhalten. Die Bundesregierung hatte den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) im März 2020 gegründet, um in der Corona-Krise große Unternehmen mit Garantien und Kapitalhilfen zu unterstützen und Arbeitsplätze zu erhalten.

GKK ist der zweitgrößte Warenhauskonzern Europas und Marktführer in Deutschland, beschäftigt rund 17 800 Mitarbeiter und betreibt 131 Warenhäuser. Die Corona-Krise hatte das ohnehin angeschlagene Unternehmen massiv getroffen. Bereits während des ersten Lockdowns im April vergangenen Jahres hatte der Konzern Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Erst Ende September hatte er das Insolvenzverfahren abgeschlossen. Es sollte dem letzten verbliebenen deutschen Warenhauskonzern eigentlich durch die Schließung von mehr als 40 Filialen, den Abbau von rund 4000 Stellen und die Streichung von mehr zwei Milliarden Euro Schulden einen Neustart ermöglichen. dpa