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Reise-Chaos

Flughafen Frankfurt vor härtestem Wochenende

Fehlendes Personal, enger Luftraum und jetzt auch noch die Hitze – der erwartete stärkste Ansturm des Jahres dürfte Passagiere und Beschäftigte an ihre Grenzen bringen

Von 
Christian Ebner
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Frankfurt. Setzt sich das Flugchaos unverändert fort? Seine wirkliche Bewährungsprobe hat der größte deutsche Flughafen in Frankfurt noch vor sich. Bereits am letzten Schultag vor den Sommerferien in drei Bundesländern wird dort am Freitag so viel los sein, wie seit Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 nicht mehr. Flughafen und Airlines haben bereits das Programm zusammengestrichen.

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Wie viele Passagiere werden erwartet?

Mit dem Ferienbeginn in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland werden ziemlich sicher die Jahresrekorde bei den Passagierzahlen fallen. Am Wochenende vom 22. bis 24. Juli erwartet Fraport pro Tag jeweils rund 200 000 Fluggäste. So viele waren es in diesem Jahr bei einem bisherigen Höchstwert von gut 180 000 noch nicht. Vom Allzeithoch mit 241 228 Passagieren aus dem Juni 2019 ist das aber noch weit entfernt. Täglich starten und landen in Frankfurt derzeit bis zu 1200 Flugzeuge mit 285 Reisezielen.

Was sind aktuell die größten Probleme?

Am Drehkreuz fehlen vor allem Menschen bei den Bodenverkehrsdiensten. Das ist folgenreicher als die ebenfalls vorhandenen Personalengpässe in den Großküchen, denn Flugzeuge müssen betankt, gereinigt sowie be- und entladen werden. Auch beim Check-in sowie in den Flugzeugen selbst ist das Personal knapp.

Dazu kommen Störungen des Ablaufs durch Flugzeuge, die anderswo Verspätungen eingeflogen haben. In der Folge bleiben häufig Koffer in Frankfurt liegen, während ihre Besitzer den Anschlussflug noch bekommen haben. In der Spitze lagen vor wenigen Tagen schon 5000 nachzusendende Koffer in den Hallen. Ankommende Passagiere müssen oft stundenlang auf ihr Gepäck warten, da ausgehendes Gepäck bevorzugt verladen wird.

Was unternehmen Flughafen und Airlines?

In Frankfurt ist vorab der Flugplan ausgedünnt worden. Fraport will die Belastungsspitzen kappen und daher pro Stunde nur noch höchstens 88 Starts und Landungen abfertigen. Vor einigen Wochen waren noch 106 Flugbewegungen pro Stunde möglich. Laut Fraport-Sprecher Jürgen Harrer hat sich der Betrieb bereits stabilisiert und der Kofferberg konnte auf rund 2000 Gepäckstücke reduziert werden.

Bislang hat allein die Lufthansa in Frankfurt und München fast 6000 Flüge gestrichen, doch Fraport will weitere Gesellschaften in die Pflicht nehmen, einzelne Flüge abzusagen oder zumindest in schwächere Zeiten zu verschieben. Das stößt allerdings schnell an Grenzen, denn die Lufthansa Group steht in Frankfurt für rund 80 Prozent aller Flüge. Die nächstgrößeren Kunden sind dann Condor und Star-Alliance-Partner wie United und Air Canada.

Wo bleiben die angekündigten Aushilfskräfte aus der Türkei?

Fraport hat weiterhin Bedarf von mehreren Hundert zusätzlichen Arbeitskräften „auf dem Beton“. Das Unternehmen hat zuletzt aber Erwartungen gedämpft, diese Lücke mit Arbeitern schließen zu können, die über einen türkischen Personaldienstleister angeboten worden sind. Man müsse genau auf die Qualifikationen schauen und suche zudem in den Belegschaften der eigenen Auslandsflughäfen nach geeigneten Leuten, hatte ein Sprecher gesagt. Fraport betreibt unter anderem Flughäfen in der Türkei, Griechenland und Bulgarien. Die Bundesregierung hatte die Anwerbung der türkischen Aushilfen unterstützt. Nach einer Umfrage der „Welt“ gibt es bei den zuständigen Behörden bislang aber keine Anträge zu Sicherheitsüberprüfungen für diese Gruppe.

Wie sieht es an den Sicherheitskontrollen aus?

Menschenschlangen über mehrere hundert Meter wie aktuell am Flughafen Köln/Bonn soll es in Frankfurt nicht geben. Die Bundespolizei hat nach eigenen Angaben bei den dafür zuständigen Dienstleistern fast so viel Personal an Bord wie vor der Corona-Krise. Trotz erhöhter Krankenstände werde man über Anreize und den Einsatz von zusätzlichen Kräften aus der Verwaltung den Andrang bewältigen, sagt Bundespolizeisprecher Reza Ahmari. Technisch ist Deutschlands größter Flughafen allerdings nicht auf dem neuesten Stand. Nur zwei der 160 Kontrollspuren verfügen über Gepäckscanner modernster CT-Bauart, bei denen Flüssigkeiten und Elektronik-Artikel im Handgepäck bleiben können.

Was können Passagiere selbst tun?

Fraport bittet die Gäste, mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug am Check-in zu sein. Idealerweise hat man den bereits online erledigt und muss nur noch den Koffer abgeben, wofür Automaten bereitstehen. Das kann häufig schon am Vorabend erledigt werden. Die Bundespolizei empfiehlt, dann schnell zur Passagierkontrolle zu gehen, wo statt der üblichen 20 Minuten bis zu einer Stunde Wartezeit einzurechnen sei.

Wartezonen sowie teure Snacks und Getränke gibt es auch im Sicherheitsbereich. Ein heikles Thema ist das Handgepäck. Angesichts der Unsicherheiten bei aufgegebenen Koffern neigen Passagiere derzeit dazu, möglichst viele Dinge mit in die Kabine zu nehmen. Für einen zügigen Ablauf an den Kontrollen wäre weniger mehr, mindestens sollten aber Flüssigkeiten und elektronisches Gerät vorsortiert sein, rät die Bundespolizei. dpa/red

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Christian Ebner
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