Nord Stream 2 - Russland hält an Pipeline-Projekt fest Erstmals Sanktionen der USA

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Berlin/Washington/Mannheim. Am Dienstag bestrafte die scheidende US-Regierung erstmals ein Unternehmen wegen der Beteiligung am Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Betroffen sei die russische Firma KVT-RUS, teilte das US-Außenministerium am Dienstag mit. Deren Verlegeschiff „Fortuna“ werde als „blockiertes Eigentum“ eingestuft. In der Mitteilung hieß es weiter, die USA würden weitere Strafmaßnahmen in naher Zukunft erwägen.

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Russland und Nord Stream 2 halten an der Fertigstellung der umstrittenen Gaspipeline in der Ostsee fest. Man beabsichtige, „die kontinuierliche Arbeit an der Fertigstellung dieses Projekts fortzuführen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. Von der Projektgesellschaft hieß es, Nord Stream 2 und die beteiligten Unternehmen setzten sich nach wie vor für eine Fertigstellung ein. Man kommentiere mögliche Auswirkungen von Sanktionen nicht. Zu den Investoren des Projekts gehört auch Wintershall Dea, ein Gemeinschaftsunternehmen von BASF und der Investorengruppe LetterOne.

Auch der Mannheimer Industrie-dienstleister Bilfinger war mit einem Projekt zur Automatisierung an dem Bau der Pipeline beteiligt. Das Projekt hatte ein Auftragsvolumen in Höhe 15 Millionen Euro. Nach Angaben des damaligen Vorstandschefs Tom Blades in einem Interview 2019 hatte Bilfinger beim Pipeline-Bau „nur einen kleinen Part gespielt“. Der Auftrag sei abgeschlossen. Aktuelle Medienberichte, wonach sich Bilfinger jetzt wegen der Sanktionsdrohungen aus Nordstream 2 zurückziehe und entsprechende Verträge und Kooperationen gekündigt habe, wollte der Konzern am Dienstag nicht kommentieren. dpa/be