Corona-Hilfen - Mehr als 163 000 Anträge bewilligt „Enormer Kraftakt“ für die L-Bank

Von 
Peter Reinhardt
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Stuttgart. Knapp 1,6 Milliarden Euro Soforthilfe sind inzwischen in Baden-Württemberg an Soloselbstständige, Freiberufler und Kleinunternehmen ausbezahlt worden, um durch die Corona-Pandemie drohende Notlagen abzuwenden. Bis Dienstag hat die staatliche L-Bank 163 000 Anträge bewilligt und weitere 20 000 abgelehnt. Bis zu 30 000 Euro Zuschuss sind gestaffelt nach Unternehmensgröße möglich. „In seiner Schlagkraft gegen die Auswirkungen der Pandemie ist dieses Programm ein Ausrufezeichen“, sagte die Vorstandsvorsitzende der staatlichen L-Bank, Edith Weymayr. Es handle sich um das größte Förderprogramm in der Geschichte des Landes. Für die L-Bank, die in der Spitze mehr als 1000 Mitarbeiter für die Bearbeitung einsetzte, sei die Soforthilfe „ein enormer Kraftakt“.

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Die Soforthilfe wickelt die L-Bank im Auftrag des Bundes und des Landes Baden-Württemberg ab. Daneben sei das Instrument des Liquiditätshilfekredits wiederbelebt worden, der sich bereits in der Finanzkrise 2009/10 bewährt habe, erklärte Weymayr am Mittwoch. Inzwischen seien für 300 Anträge 63 Millionen Euro zugesagt. Derzeit bereitet das Institut in Absprache mit dem Wirtschaftsministerium eine Verbesserung der Konditionen für diese Überbrückungshilfe an.

Gedacht sei an die Einführung eines Tilgungszuschusses und an die Kombinierbarkeit mit den Anfang der Woche verbesserten Bürgschaftsangeboten. Der Landtag hat zugestimmt, dass die Förderbank während der Krise ohne Genehmigung des Parlaments Kredite bis zur Höhe von 20 Millionen Euro verbürgen darf. Weymayr sprach von einem „großen Vertrauensvorschuss“ für die L-Bank. Weitergehende Konzepte hatten die Abgeordneten abgelehnt.

Weymayr mahnte die Unternehmen, trotz der massiven Pandemie-Herausforderungen Investitionen nicht allzu weit zurückzustellen. „Gerade in der Krise ist es wichtig, die Weichen für die Zukunft zu stellen“, betonte die seit Jahresanfang amtierende L-Bank-Chefin. Das Förderinstitut werde ergänzende Impulse setzen.

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Im vergangenen Jahr hat die L-Bank trotz der Niedrigzinsen 4,9 Milliarden Euro Förderkredite vergeben. Nach Weymayrs Ansicht liegt die Bedeutung des Finanzierungsinstruments nicht nur in der Zinssubvention. Wichtig seien auch die Tilgungszuschüsse und die Beratungsinfrastruktur.

Korrespondent Landespolitischer Korrespondent in Stuttgart