Coronavirus - Handelsverband besorgt wegen Zurückhaltung der Verbraucher / Städtetag warnt vor Kahlschlag bei Warenhäusern „Einkaufsbummel hat Seltenheitswert“

Von 
Erich Reimann, Holger Göpel
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Verbraucher gehen nicht so ausgiebig einkaufen wie vor Corona. © dpa

Berlin/Köln. Fast alle Einzelhändler und viele Gastronomen in Deutschland haben wieder geöffnet, doch das gewohnte Leben kehrt nur langsam wieder in die Innenstädte zurück. „Die Kunden sind beim Einkaufen in diesen Tagen eher zurückhaltend unterwegs“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth. „Der Einkaufsbummel mit Spontankäufen hat Seltenheitswert.“

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Für Genth ist die Zurückhaltung der Verbraucher nicht verwunderlich. „Eine Ursache dafür sind sicherlich die Rahmenbedingungen mit Abstands- und Hygieneregeln, die ein entspanntes Shopping-Erlebnis erschweren“, sagte der Branchenkenner. Darüber hinaus sparten viele Kunden ihr Geld lieber, weil sie die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage auch mit Blick auf den eigenen Arbeitsplatz verunsichere.

Harte Einschnitte

Doch nicht nur die Besucherzahlen in den Innenstädten liegen unter dem Normalniveau, sondern wohl auch die Umsätze in vielen Geschäften. Axel Augustin vom Handelsverband Textil geht davon aus, dass die Umsätze in der Modebranche in dieser Woche 20 bis 30 Prozent niedriger sein dürften als normalerweise.

Wer bereits vor der Corona-Krise Probleme hatte, dürfte solche Rückgänge – wenn überhaupt – ohne harte Einschnitte geschäftlich kaum überleben. Zum Wochenende waren Überlegungen zur Schließung zahlreicher Standorte des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof bekanntgeworden. Demnach könnten bis zu 80 der derzeit noch gut 170 Filialen des Unternehmens bei der anstehenden Sanierung schließen. Die Folgen für die Region sind noch unklar.

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Der Deutsche Städtetag sieht dies mit großer Sorge. „Trotz aller Umwälzungen durch den Internethandel und die Folgen der Corona-Krise sind die traditionsreichen Kaufhäuser dieses Handelsunternehmens wichtige Arbeitgeber und Versorgungszentren vor Ort“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. Sie zögen Menschen in Innenstädte und nutzten damit auch dem Einzelhandel in ihrem Umfeld.

Die Städte seien daran interessiert, die Innenstädte für Bewohner und Besucher attraktiv zu halten und gleichzeitig möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern. „Deshalb müssen möglichst viele Kaufhausstandorte bestehen bleiben – es darf hier nicht zu einem Kahlschlag kommen“, betonte Dedy. 

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