Corona-Krise - Bundesregierung geht von Rückgang der Wirtschaftsleistung um 6,3 Prozent aus / Tiefpunkt der Entwicklung offenbar erreicht / Aufschwung ab 2021 Drastischer Wachstumseinbruch erwartet

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dpa
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Berlin. Die große Koalition rechnet wegen der Corona-Pandemie laut einem Medienbericht in diesem Jahr mit dem größten Einbruch des Wirtschaftswachstums seit Gründung der Bundesrepublik. In der Frühjahrsprognose, die am Mittwoch vorgestellt werden soll, gehe die Bundesregierung davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2020 um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen wird, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ . 2021 soll es dann wieder bergauf gehen. Die Verluste könnten aber nicht komplett aufgeholt werden. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ online darüber berichtet.

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Dem Bericht zufolge soll der tiefste Punkt des Einbruchs bereits erreicht sein. Die Gutachter gehen laut „Süddeutscher Zeitung“ davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum im Mai auf niedrigem Niveau stabilisiert und im zweiten Halbjahr deutlich anzieht.

Trotz eines riesigen Rettungspakets werden größere Pleitewellen und drei Millionen Arbeitslose erwartet. Auch die Steuereinnahmen dürften deutlich zurückgehen: Bislang rechnet die Regierung mit einem Steuerminus von rund 82 Milliarden Euro – und maximal 356 Milliarden Euro an neuen Schulden.

Für den stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Bundestag, Michael Theurer, beruht die Prognose eher noch auf optimistischen Annahmen. „Das Durcheinanderwirbeln des Wirtschaftskreislaufs könnte kolossale Kollateralschäden nach sich ziehen“, warnte er. Es räche sich, dass die Bundesregierung zögerlich und inkonsequent auf die Corona-Krise reagiert habe.

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Mit ihrer jüngsten Prognose erwartet die Bundesregierung eine noch schlechtere Entwicklung als ihr wirtschaftliches Beratergremium, die sogenannten Wirtschaftsweisen. Die Top-Ökonomen waren in ihrem kürzlich vorgelegten Sondergutachten im schlimmsten angenommenen Szenario – nach einem längeren „Shutdown“ – von einem Einbruch des Wirtschaftswachstums in der Größenordnung von 5,4 Prozent ausgegangen.

Sollten die gesundheitspolitischen Maßnahmen sogar über den Sommer hinaus andauern, würde sich die wirtschaftliche Erholung erst im Jahr 2021 einstellen, hieß es in der Prognose. dpa

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