Douglas schließt Filialen in Mannheim und Weinheim

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fas/dpa
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Die Mannheimer Douglas-Filiale in Q1 ist corona-bedingt bereits geschlossen. Zum 30. Juni dieses Jahres soll dann das endgültige Aus kommen. © blüthner

Mannheim. Die Schließungswelle der Parfümeriekette Douglas wirkt sich auch auf Innenstädte in der Metropolregion Rhein-Neckar aus - die Mehrzahl der Standorte bleibt allerdings verschont. Das Unternehmen hatte Ende vergangener Woche angekündigt, fast jede siebte Filiale in der Bundesrepublik schließen zu wollen.

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In Mannheim soll es das Geschäft in Q1 treffen - eines von dreien in der Innenstadt. In Weinheim schließt die Filiale in der Bahnhofstraße, zum 30. Juni dieses Jahres ist für beide Läden Schluss. Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin am Montag auf Anfrage dieser Zeitung. Erhalten bleiben demnach die Douglas-Filialen in Darmstadt, Frankenthal, Ludwigshafen, Speyer, Viernheim und Würzburg.

Zur Zahl der Douglas-Beschäftigten, die von den Schließungen in der Region betroffen sind, wollte sich die Sprecherin nicht äußern. Der Konzern reagiere mit dem Aus für rund 60 der mehr als 430 deutschen Filialen auf die Verlagerung der Umsätze ins Internet, sagte Douglas-Chefin Tina Müller vergangene Woche. Rund 600 der über 5200 Beschäftigen in den deutschen Filialen verlieren dadurch ihre Jobs. Europaweit schließt Douglas mehr als jede fünfte Filiale - insgesamt rund 500 der 2400 Parfümerien.

Die Corona-Krise bringt gleichzeitig einen weiteren prominenten Händler in Bedrängnis: Die zur Deutschen Confiserie Holding (DCH) gehörenden Fachhändler Arko, Eilles und Hussel haben ebenfalls vergangene Woche beim Amtsgericht Norderstedt in Schleswig-Holstein vorläufige Insolvenz in Eigenregie beantragt.

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Der Geschäftsbetrieb der auf Süßwaren, Kaffee und Tee spezialisierten Geschäfte solle in vollem Umfang weitergeführt werden, teilte der Geschäftsführer der DCH-Gruppe, Patrick G. Weber, mit. Löhne und Gehälter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert, hieß es weiter.

DCH betreibt nach eigenen Angaben unter den Marke Arko, Eilles und Hussel bundesweit rund 300 eigene Filialen, weitere Filialen und Franchisebetriebe in Österreich und Tschechien sowie rund 4000 Verkaufsstellen im Lebensmitteleinzelhandel und in Bäckereien. In der Region betreibt Hussel unter anderem Filialen in Mannheim, Heidelberg, Viernheim, Darmstadt und Würzburg.

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Der Einzelhandel in Deutschland hat sich im Corona-Jahr 2020 in Summe trotz eines historischen Umsatzeinbruchs im Dezember erfolgreich geschlagen. Doch durch die Branche geht ein Riss: Während der Onlinehandel boomt und auch Lebensmittelhändler sowie Möbel- und Heimwerkermärkte gute Geschäfte machen, stürzte zum Beispiel der Textilhandel tief in die Krise. Kurzfristig haben weder der Handelsverband HDE noch Volkswirte die Hoffnung auf Besserung für die gebeutelten Händler.

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Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden lagen die Umsätze des gesamten Einzelhandels in Deutschland im Gesamtjahr real - also bereinigt um Preissteigerungen - um 3,9 Prozent und nominal um 5,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Internet- und Versandhandel legten die Erlöse real um 24,1 Prozent zum Vorjahr zu, der Handel mit Textilien und Schuhen musste ein Minus von 23,4 Prozent hinnehmen.

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red/kts
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