Gewerkschaften - Aufträge nur für Firmen mit Tarifverträgen DGB nimmt Staat in die Pflicht

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dpa
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Berlin. Die Gewerkschaften fordern, dass öffentliche Aufträge nur an Unternehmen mit Tarifverträgen vergeben werden. „Ein zentraler Schritt ist, dass die Vergabe von öffentlichen Aufträgen an Tarifbindung geknüpft wird“, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Reiner Hoffmann, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes. © dpa
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Der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke erläuterte: „Bund, Länder, Kommunen und öffentliche Unternehmen vergeben jedes Jahr Aufträge in einer Größenordnung von 400 Milliarden Euro. Wir wollen, dass diese ganz überwiegend aus Steuereinnahmen finanzierten Aufträge ausschließlich an tarifgebundene Unternehmen vergeben werden dürfen.“ Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer forderte derweil eine Reform der Tarifverträge mit mehr Spielräumen für Unternehmen.

Zu den Aufgaben der Gewerkschaften sagte Hoffmann: „Wir müssen die Mitgliederentwicklung stabil halten und perspektivisch auch wieder erhöhen.“ Das sei die Grundvoraussetzung für die Handlungsfähigkeit von Gewerkschaften. „Nach den bislang vorliegenden Zahlen aus den acht Mitgliedsorganisationen des DGB sind wir auf einem stabilen Niveau.“ 2018 hatten die DGB-Gewerkschaften 5,97 Millionen Mitglieder.

Der DGB-Chef kritisierte zugleich die Unternehmen. „Viel zu viele Arbeitgeber machen sich einen schlanken Fuß und denken, sie müssten sich nicht in Verbänden organisieren, oder die Tarifverträge seien ohnehin viel zu komplex.“ dpa