Kunststoff - Mannheimer Familienunternehmen wagt für dieses Jahr keine Prognose / 2019 mehr Umsatz, aber weniger Gewinn Corona-Krise belastet Röchling

Von 
Miray Caliskan
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Blick in die Produktion von Röchling am Standort Worms. Dort sind insgesamt rund 800 Mitarbeiter beschäftigt. (Archivbild) © röchling

Mannheim. Der Mannheimer Kunststoff-Spezialist Röchling hat im Geschäftsjahr 2019 in seinen drei Unternehmensbereichen Industrie, Automotive und Medizin den Umsatz gesteigert. Das Familienunternehmen erwirtschaftete ein Plus von knapp zehn Prozent – damit erhöhte sich der Umsatz von 2,14 Milliarden auf 2,35 Milliarden Euro.

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„Das ist ein ordentliches Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die Weltwirtschaft 2019 an Dynamik verloren hat und in vielen Bereichen eingebrochen ist. Die Zahlen geben viel Licht, unsere Produkte werden global nicht nur akzeptiert, sondern auch nachgefragt“, erklärte Vorstandsvorsitzender Hanns-Peter Knaebel bei der Bilanzpressekonferenz. Allerdings würden die Ergebnisse nicht auf dem erwarteten Niveau liegen.

So sank das Ergebnis vor Steuern (EBT) 2019 um 24 Millionen Euro auf knapp 82 Millionen – ein Rückgang von 22,6 Prozent im Vergleich zu 2018. Dies sei vor allem auf die Herausforderungen im Automotive-Bereich zurückzuführen. „Wir haben zwar keine Verluste gemacht, haben aber mit einer Umsatzsteigerung von 8,4 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro nur die Hälfte dessen erreicht, was laut Plan möglich gewesen wäre“, erklärte Knaebel.

Schlechter Start ins Jahr 2020

Trotz sinkender Nachfrage entwickelte sich auch der Unternehmensbereich Industrie im Geschäftsjahr 2019 positiv. Der Umsatz stieg um 7,3 Prozent auf 846,7 Millionen Euro. Eine deutliche Umsatzsteigerung erzielte hingegen der Bereich Medizin: Er stieg von etwa 122 Millionen Euro im Jahr 2018 auf 172 Millionen – ein Plus von 40,4 Prozent.

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Die Röchling-Gruppe, die weltweit an 90 Standorten vertreten ist, konnte sich wie die meisten anderen Firmen der Corona-Pandemie nicht entziehen: Werke mussten vorübergehend schließen, Produktionen wurden unterbrochen. Deshalb ging der Umsatz im ersten Quartal 2020 in allen drei Bereichen um 8,8 Prozent zurück – ein Minus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 54,2 Millionen Euro.

Was den Blick in die Zukunft angeht, bleibt Knaebel zurückhaltend: Das Unternehmen habe Kurzarbeit für alle Unternehmensbereiche angemeldet – diese werde aber nicht überall angewendet. Die Ausschüttung von Dividenden und Bonuszahlungen seien verschoben, auch sei ein KfW-Kredit beantragt worden. „Wir können die Auswirkungen der Corona-Krise nicht voraussehen, weshalb wir auch keine verlässliche Prognose für 2020 machen werden“, sagte er. Klar sei, dass das Produktionsniveau von 2019 nicht erreicht werde. „Wir hoffen aber, dass wir das Jahr mit einer schwarzen Ziffer abschließen.“

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