Daimler: Produktion in deutschen Werken bisher ausgelastet / Verflechtung soll Kosten sparen Busse aus Mannheim weiter gut in Fahrt

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Peter Reinhardt

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Stuttgart. Nach dem Rekordjahr 2008 erwartet der weltgrößte Omnibushersteller Daimler wegen der Wirtschaftskrise einen Absatzrückgang. Betroffen sieht der neue Leiter der Bussparte, Hartmut Schick, insbesondere den Reisebussektor. Für Stadtbusse, die in Mannheim gebaut werden, erwartet er "eine eher stabile Entwicklung".

Die Busproduktion ist in den deutschen Werken bisher ausgelastet. "Die Zahl der Stellen bleibt konstant", so Schick. Kurzarbeit sei nicht geplant. Anpassungen könne es aber bei den Leiharbeitern geben. Der Konzernbereich Busse beschäftigt weltweit 18 200 Mitarbeiter, davon in Deutschland 8374. Der größte inländische Standort ist Neu-Ulm mit 3820 Stellen, gefolgt von Mannheim mit 3533. Kosten einsparen will Schick durch eine engere Verflechtung der beiden Werke.

Mit weltweit 40 600 Bussen und Fahrgestellen der Marken Mercedes-Benz, Setra und Orion erzielte der Konzern im letzten Jahr den höchsten Absatz in seiner Geschichte. Während die Zahl der verkauften Fahrzeuge um vier Prozent zulegte, stieg der Umsatz um elf Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sprang um ein knappes Drittel auf 406 Millionen Euro.

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"Wir wachsen dort, wo es sich lohnt", sagte Schick. Nachholbedarf habe Daimler in den Wachstumsmärkten Indien, China und Russland. Weil der Konzern dort schwach vertreten ist, sank der Weltmarktanteil um ein auf 15 Prozent. In Deutschland konnte der Branchenführer seinen Anteil um 4,7 auf 60,1 Prozent steigern.

Schick kündigte neue Modelle mit Hybridantrieb an. Derzeit befinde sich der Stadtbus Citaro G in der Wintererprobung am Polarkreis. Dieser Blue Tec Hybrid soll im März in Mannheim der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der Spartenchef wies darauf hin, dass Reisebusse je Passagier günstigere Schadstoffwerte als die Bahn erreichen.