Nahrungsmittel - Mannheimer Konzern steigert Gewinn / Ausblick unter Vorbehalt / Virtuelle Hauptversammlung im Juli Mannheimer Südzucker-Konzern steigert Gewinn

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Alexander Jungert
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Im Zuckergeschäft kämpft Südzucker mit stark schwankenden Preisen. © imago

Mannheim. Das Geschäftsjahr 2019/2020 (bis 29. Februar) ist für Südzucker nach Plan verlaufen. Nach vorläufigen Zahlen liegen sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis innerhalb der Erwartungen. Der neue Vorstandsvorsitzende Niels Pörksen, der seit März im Amt ist, wird am 14. Mai die ausführliche Jahresbilanz vorstellen. Sein erster „öffentlicher“ Auftritt vor Journalisten wird wegen der Coronavirus-Pandemie allerdings per Telefonkonferenz abgehalten.

Von Ethanol und Pizza profitiert

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Der Mannheimer Konzern hat 2019/2020 einen Umsatz von 6,7 Milliarden Euro erzielt. Das ist etwas weniger als im Vorjahr und im unteren Ende der erwarteten Spanne von 6,7 bis sieben Milliarden Euro. Deutlich gestiegen ist das operative Ergebnis – von 27 auf 116 Millionen Euro. Südzucker hatte zuvor 70 bis 130 Millionen Euro angekündigt.

Profitiert hat der Konzern von besseren Geschäften der Tochtergesellschaft CropEnergies, die Ethanol herstellt, und der Spezialitäten-Sparte (unter anderem Freiberger Pizza). CropEnergies gab schon am Dienstag bekannt, ein Rekordjahr verbucht zu haben. Allerdings trübt sich wegen der Coronavirus-Pandemie der Ausblick ein, das Unternehmen rechnet in den nächsten Monaten mit deutlichen Rückgängen bei Umsatz und Gewinn. Momentan verschiebt sich die Nachfrage vom Kraftstoffsektor hin zu technischem Alkohol für Desinfektionsmittel. Inwieweit sich das genau auf die Bilanz niederschlägt, muss sich zeigen.

Die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr soll bei unverändert 20 Cent je Aktie liegen. Die Hauptversammlung muss am 16. Juli darüber abstimmen. Eigentlich war sie im Mannheimer Rosengarten geplant; doch Großveranstaltungen sind im Zuge der Corona-Pandemie verboten. Südzucker will die Hauptversammlung deshalb virtuell abhalten. Details würden derzeit erarbeitet und den Aktionären rechtzeitig bekannt gegeben, erklärt ein Konzernsprecher. Auch CropEnergies plant die Veranstaltung am 14. Juli über das Internet.

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Der Südzucker-Konzern gibt eine Prognose – unter Vorbehalt. Wirtschaftliche Folgen der Pandemie seien noch nicht absehbar, erklärt der Sprecher. Ohne Berücksichtigung der Coronavirus-Ausbreitung soll der Umsatz den Angaben nach zwischen 6,9 und 7,2 Milliarden Euro liegen, das operative Ergebnis zwischen 300 und 400 Millionen Euro.

Seit der Zuckermarkt in der EU liberalisiert worden ist, kämpft Europas größter Zuckerhersteller mit starken Preisschwankungen am Markt. Es läuft ein Sparprogramm, dem Arbeitsplätze in der Verwaltung zum Opfer fallen könnten. Die Folgen für die Mannheimer Zentrale mit rund 500 Beschäftigten sind aber nach wie vor unklar.

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Redaktion Alexander Jungert, 1980 in Bruchsal geboren, hat beim "Mannheimer Morgen" volontiert und ist seit 2010 Wirtschaftsredakteur. Während des Studiums arbeitete er unter anderem für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und den "Tagesspiegel" in Berlin. Schreibt am liebsten darüber, was regionale Unternehmen und deren Mitarbeiter umtreibt.