Umfrage - Zufriedenheit der SAP-Mitarbeiter steigt während Corona-Pandemie / Vorstand genießt hohes Vertrauen SAP-Mitarbeiter sind glücklicher

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Alexander Jungert
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Zwei Mitarbeiterinnen von SAP unterhalten sich im Innovation Center Potsdam (Archivbild). © SAP SE

Schon seit Jahren misst der Walldorfer Softwarekonzern SAP regelmäßig die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter. Jetzt liegen die Ergebnisse der jüngsten Umfrage vor.

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Um was für eine Befragung handelt es sich genau?

Cawa Younosi, Personalchef von SAP Deutschland, spricht von einem „Pulse Check“ - also einer Befragung, mit der der „Puls“ des Unternehmens erfasst werden soll. Im Gegensatz zu anderen Umfragetypen sind „Pulse Checks“ dafür geeignet, relativ schnell aussagekräftige Einblicke zu ermöglichen. Fragen sind auf das Minimum und auf die wichtigsten Punkte begrenzt. Bei der aktuellen Umfrage zwischen 6. und 15. Mai haben weltweit rund 62 500 Mitarbeiter von SAP teilgenommen, also 62,5 Prozent der gesamten Belegschaft. Ergebnisse werden nicht auf einzelne Ländergesellschaften heruntergebrochen.

Welche Werte haben sich denn verbessert?

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Die gesamte Zufriedenheit der Mitarbeiter ist von 80 auf 86 Prozent gestiegen. Dafür wurde unter anderem gefragt, inwieweit Beschäftigte Aussagen wie „Ich bin stolz für SAP zu arbeiten“ oder „Ich würde SAP als großartigen Arbeitgeber weiterempfehlen“ zustimmen. Bei sämtlichen Punkten gab es Zuwächse. „Die Mitarbeiter sind glücklicher als vorher“, sagt Younosi. Auch der Vorstand um Christian Klein an der Spitze genießt während der Corona-Krise höheres Vertrauen: der Wert ist von 71 auf 76 Prozent gestiegen. Zum Zeitpunkt der Umfrage hatte Co-Chefin Jennifer Morgan den Konzern bereits verlassen.

Wie ist das höhere Vertrauen in den Vorstand zu erklären?

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Younosi führt das gewachsene Vertrauen darauf zurück, dass die Vorstandsmitglieder SAP gut kennen und enge Verbindungen zum Stammsitz Walldorf pflegen. Zudem erklärt er: „Wir haben während der Corona-Krise viel in die Zufriedenheit der Mitarbeiter investiert.“

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Welche Rolle spielt die Kommunikation?

Aus Sicht des Konzerns eine sehr wichtige. „Je mehr man Kontakt zu Mitarbeitern hält, sei es physisch oder virtuell, desto inniger ist das Vertrauensverhältnis“, findet Younosi. Demnach gibt es mittlerweile in der Regel vier Mal pro Jahr Gespräche mit Beschäftigten - statt nur einmal im Jahr. SAP veranstaltet zudem virtuelle Versammlungen. In der aktuellen Umfrage sind 62 Prozent mit der Kommunikation des Managements zufrieden (57 Prozent zuvor). Vorstandsmitglied Adaire Fox-Martin etwa hat es sich angewöhnt, einmal pro Woche eine E-Mail an die Belegschaft zu schreiben, in der es weniger um Zahlen und Geschäftsmodelle geht als um ihre persönliche Betrachtung aktueller Ereignisse.

Wo hakt es bei den Mitarbeitern von SAP?

Bei zwei Punkten sind die Werte schlechter geworden: bei der Balance von Arbeits- und Privatleben sowie beim persönlichen Stresslevel. 68 Prozent der Befragten geben an, ihr Arbeits- und Privatleben in Einklang zu bekommen - das sind sieben Prozentpunkte weniger. 69 Prozent, vier Prozentpunkte weniger, halten ihren Stress für akzeptabel. Younosi erklärt das mit geschlossenen Kitas und Schulen wegen der Corona-Pandemie. Die Mitarbeiter führten das nicht auf SAP zurück, so der Personalchef.

Wie zufrieden sind die SAP-Mitarbeiter mit ihrem Homeoffice?

Der „Pulse Check“ hat das nicht explizit abgefragt. Derzeit läuft eine gesonderte Umfrage zu Homeoffice, die Ergebnisse sollen in zwei bis drei Wochen feststehen. Nach Angaben von Younosi sollen die Mitarbeiter ab Mitte Juni wieder Stück für Stück ins Büro zurückkehren können. Homeoffice bleibt weiterhin möglich. In den Walldorfer Büros gelten hohe Sicherheitsvorkehrungen: Cafés auf den Fluren sind abgesperrt, Desinfektionsmittel werden bereitgestellt und „Einbahnstraßen“ sind eingerichtet, damit sich Mitarbeiter so wenig wie möglich begegnen. Wer ins Büro will, muss das seinem Vorgesetzten mitteilen. Dieser prüft, ob Kapazitäten in den Räumen vorhanden sind.

Erhalten Führungskräfte mehr Geld, wenn die Mitarbeiter zufriedener sind?

Nein. Die Vergütung der Führungskräfte ist nicht an die Zufriedenheit der Mitarbeiter gekoppelt. „Sie ist eine Frage der Ehre“, so Younosi.

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Alexander Jungert
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Redaktion Alexander Jungert, 1980 in Bruchsal geboren, hat beim "Mannheimer Morgen" volontiert und ist seit 2010 Wirtschaftsredakteur. Während des Studiums arbeitete er unter anderem für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und den "Tagesspiegel" in Berlin. Schreibt am liebsten darüber, was regionale Unternehmen und deren Mitarbeiter umtreibt.