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Software - Walldorfer Konzern erhöht Ausblick – Anleger sind trotzdem unzufrieden

SAP-Geschäft mit der Cloud zieht stark an

Von 
Alexander Jungert
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Blick in das Serverzentrum von SAP in St. Leon-Rot – die Aufnahme entstand noch vor Corona. © Wolfram Scheible/SAP SE

Walldorf. Europas größter Softwarehersteller SAP aus Walldorf erhöht nach einem unerwartet robusten zweiten Quartal seine Prognosen für das Gesamtjahr leicht – bereits zum zweiten Mal. Das Geschäft mit Software zur Nutzung über das Internet (Cloud) zog erneut kräftig an, vor allem in Deutschland und in Saudi-Arabien. Mit den herkömmlichen Softwarelizenzen ging es nicht ganz so stark bergab wie von Experten gedacht. „Wir hatten ein weiteres fantastisches Quartal“, sagt Vorstandssprecher Christian Klein. Er blickt zuversichtlich auf neu abgeschlossene Verträge für das von ihm aus der Taufe gehobene Produktbündel „Rise with SAP“, das den Umstieg der Kunden in die Cloud beschleunigen soll.

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Spende für Flutopfer

  • SAP spendet eine Million Euro an Flutopfer in Deutschland, in den Niederlanden und in Belgien. Eine Hälfte der Summe werde kurzfristig für Soforthilfe („Aktion Deutschland Hilft“) eingesetzt, die andere Hälfte mittelfristig für Wiederaufbaumaßnahmen, erklärt ein Sprecher dieser Redaktion. Zudem haben Beschäftigte die Möglichkeit, privat zu spenden. SAP verdoppelt die Spenden bis zu einer Höhe von 100 000 Euro.
  • Ein lokaler Krisenstab des Konzerns hat in den vergangenen Tagen SAP-Beschäftigte kontaktiert, die in den Katastrophengebieten wohnen. Allen gehe es „weitestgehend gut“, heißt es in einer E-Mail an die Belegschaft.

Aktienkurs im Minus

Nach einem ordentlichen Lauf in den ersten sechs Monaten stehen nun weitere Investitionen in die Technik und die Produkte an. Das kostet Geld, auch weil Cloudverträge wegen der geringeren Abo-Zahlungen erst nach einigen Jahren bei Umsatz und Gewinn mit Lizenzverkäufen gleichziehen.

Trotz „fantastischem Quartal“: Die Anleger sind wenig begeistert. Am Mittwochnachmittag steht der Aktienkurs von SAP mit mehr als vier Prozent im Minus – und bremst gemeinsam mit den Papieren von Daimler den Leitindex Dax aus. Im Cloud-Geschäft seien die Walldorfer zwar auf einem guten Weg, es brauche aber noch eine deutliche Beschleunigung, erklärt etwa Analyst Wolfgang Donie von der NordLB. Stacy Pollard von JP Morgan scheibt, das zweite Quartal des Softwareanbieters sei „solide“ ausgefallen. Durch höhere Investitionen falle der Gewinn geringer aus.

Bis zum Rekordhoch aus dem vergangenen September bei mehr als 143 Euro ist beim Aktienkurs noch viel Luft nach oben. Klein muss erst noch beweisen, dass sich sein Investitionskurs auszahlt.

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Beteiligung an Start-ups

SAP rechnet für das laufende Jahr mit einem währungsbereinigten Betriebsergebnis zwischen 7,95 und 8,25 Milliarden Euro (bisher 7,8 bis 8,2 Milliarden Euro). Auch die Erlöse aus der Cloud sollen steigen.

Unter dem Strich verliefen die Geschäfte für den Konzern im zweiten Quartal erfreulich. So verdiente SAP rund 1,45 Milliarden Euro und damit fast zwei Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Maßgeblichen Anteil daran hatten erneut die Beteiligungen an Start-ups über das Risikokapitalvehikel Sapphire Ventures, das laut Finanzchef Luka Mucic allein im zweiten Quartal 900 Millionen Euro zum Finanzergebnis beitrug.

Größte Aktionäre von SAP sind noch immer die Mitgründer, Aufsichtsratsvorsitzender Hasso Plattner und der als Biotech-Investor und Fußball-Mäzen bekannte Dietmar Hopp. Plattner hält rund sechs Prozent der Anteile und Hopp rund fünf Prozent. Beide zählen wegen des Erfolgs des 1972 gegründeten Unternehmens zu den reichsten Deutschen. (mit dpa)

Redaktion Alexander Jungert, 1980 in Bruchsal geboren, hat beim "Mannheimer Morgen" volontiert und ist seit 2010 Wirtschaftsredakteur. Während des Studiums arbeitete er unter anderem für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und den "Tagesspiegel" in Berlin. Schreibt am liebsten darüber, was regionale Unternehmen und deren Mitarbeiter umtreibt.

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