SAP-Hauptversammlung Plattner grüßt aus Homeoffice in Kalifornien

Von 
Alexander Jungert
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Hasso Plattner grüßt aus seinem heimischen Büro in Kalifornien. © Jungert

Walldorf. Der SAP-Aufsichtsratsvorsitzende Hasso Plattner hat die Aktionäre der virtuellen Hauptversammlung per Videobotschaft aus den USA begrüßt. Plattner ist in Kalifornien im Homeoffice und konnte wegen der Corona-Pandemie nicht nach Deutschland einreisen. Aufsichtsratsmitglied Friederike Rotsch übernahm für ihn die Leitung der Hauptversammlung. Statt wie gewohnt aus der SAP Arena wurde sie live aus der Walldorfer Zentrale übertragen.

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Plattner erklärte, die Pandemie „wirke wie ein Katalysator“. Der Druck, für schnelle Entscheidungen wachse. Er verteidigte damit die Abschaffung der Doppelspitze um Christian Klein und Jennifer Morgan. Plattner versicherte: der Abschied von Morgan habe nichts damit zu tun gehabt, dass sie eine Frau sei. Im Gegenteil. Der Aufsichtsrat von SAP sei zur Hälfte mit Frauen besetzt, auch in seiner Stiftung sei der Anteil hoch. Für die Zukunft wünsche er sich, dass es bei allen Konzernen mehr weibliche Führungskräfte gebe.

Den Vorstandssprecher Christian Klein bezeichnete Platter als „genau den Richtigen“, trotz seines jungen Alters von 40 Jahren. Klein habe sich vom Werkstudenten hochgearbeitet und sich „aus eigener Kraft Respekt und Anerkennung“ verdient.

Plattner äußerte sich nicht konkret, ob er eine weitere Amtszeit anstrebt. „Eine gute Nachfolgeplanung ist wichtiger denn je, wir werden uns dabei nicht künstlich unter Druck setzen lassen.“ Dem „Handelsblatt“ hatte Plattner zuvor erklärt, es spräche nichts gegen ein paar weitere Jahre. Ursprünglich wollte sich der SAP-Mitgründer 2022 aus dem Kontrollgremium zurückziehen.

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SAP will sich nach deutlicher Anwenderkritik und vielen Änderungen im Management wieder stärker um die Kundenwünsche kümmern. „Wir haben die Geduld unserer Kunden so manches Mal überstrapaziert“, sagte Vorstandschef Klein bei seiner Rede. „Das wissen wir - und das werden wir schleunigst wieder gutmachen.“ Mit seinem Plan zur Integration der vielen Einzelprodukte zu einem Angebot aus einem Guss sei der Dax-Konzern „auf einem sehr guten Weg“, fügte Klein hinzu.

Der Konzern will auf der Aktionärsversammlung unter anderem das Vergütungssystem für das Management stärker an der Kundenzufriedenheit ausrichten.

Redaktion Alexander Jungert, 1980 in Bruchsal geboren, hat beim "Mannheimer Morgen" volontiert und ist seit 2010 Wirtschaftsredakteur. Während des Studiums arbeitete er unter anderem für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und den "Tagesspiegel" in Berlin. Schreibt am liebsten darüber, was regionale Unternehmen und deren Mitarbeiter umtreibt.