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TÜV warnt vor undichten Flüssiggasanlagen in Campern

Von 
Lars Wallerang
Lesedauer: 
mid Groß-Gerau - Vorsicht geboten: Lecks entstehen meist an Schläuchen, Ventilen oder den angeschlossenen Geräten wie beispielsweise Brennern. © CAWFotografie / pixabay.com

Outdoor-Fans sind dank Flüssiggasanlagen nicht an feste Camping- oder Bootsliegeplätze mit Stromzufuhr gebunden. Doch undichte Stellen an den Gasanlagen oder Unaufmerksamkeiten bei der Bedienung können zu einer Gefahr werden.

"Gasanlagen sind grundsätzlich zuverlässig und sicher", sagt Dr. Hermann Dinkler, Experte für Brand- und Explosionsschutz beim TÜV-Verband. Wichtig für ihre einwandfreie Funktion sei aber, dass sie sachgemäß verwendet und regelmäßig geprüft werden. Immer wieder komme es an Gasanlagen zu Undichtigkeiten. Das austretende Gas kann dann zu Bewusstlosigkeit durch Sauerstoffmangel führen oder sich entzünden und zu einer Explosion führen. "Lecks entstehen meist nicht an den robusten Gasflaschen aus Stahl oder Aluminium, sondern an Schläuchen, Ventilen oder den angeschlossenen Geräten wie Brennern oder Kühlschränken."

Bei Gasflaschen wird in Pfand- und Nutzungsflaschen unterschieden. Beim Kauf einer grauen "Campingflasche" ist eine Nutzungsgebühr fällig. In dieser Gebühr sind das Recht zur Nutzung der Flasche, wie auch regelmäßige Wartungs- und Reparaturarbeiten enthalten. Die Gebühr wird bei einer Rückgabe nicht erstattet.

Anders bei den roten und grünen Pfandflaschen. Das Pfand wird beim Kauf zuzüglich bezahlt und bei Rückgabe erstattet. "Durch das Pfand- und Nutzungssystem werden Gasflaschen von Händlern bei einer Rückgabe regelmäßig ausgetauscht und auf Mängel oder Abnutzungen untersucht." Das gewährleiste, dass die Gasflaschen grundsätzlich in einem guten Zustand sind. "Das Risiko entsteht dadurch erst oberhalb der Flasche am Schlauch oder Endgerät, meistens durch falsche Bedienung."

Da die am häufigsten verwendeten Gase Butan und Propan schwerer als Luft sind, sammeln sie sich im Falle eines Lecks am tiefsten Punkt. Ein Entweichen ist nur durch Türspalte oder tiefliegende Fenster möglich. Vor allem in Booten ist die Gefahr groß, da die Räume unter Deck tief liegen und bis auf die Einstiegsluke sehr dicht sind. "Das Gas kann nicht entweichen und sammelt sich im Innenraum am tiefsten Punkt. Es bildet eine unsichtbare, hochentzündliche Wolke." Das Aneinanderschlagen von freihängenden rostigen Metallschellen im Boot, ein defekter Handy-Akku, Heizstrahler, aber auch elektrostatische Aufladungen wie beim Ausziehen eines Wollpullovers in trockener Luft könnten so schnell zum Zünder werden.

Um möglichst sicher durch die Camping-Saison zu kommen, gibt es nach den Technischen Regeln für Flüssiggasanalagen (TRF) einige Dinge zu beachten: Lassen Sie Einbauten und Änderungen an Gasanlagen vor erstmaliger Verwendung, sowie alle zwei Jahre, von Sachkundigen prüfen. Lagern Sie die zu transportierenden Flaschen senkrecht und verhindern Sie ein Umfallen oder Wegrollen. Der Transport von Gasflaschen sollte nie ohne Schutzkappe geschehen. So werden Beschädigungen am Ventil und Gewinde verhindert.

Angeschlossene Schläuche sind einer der größten Risikofaktoren. Sie sollten regelmäßig gewechselt werden. Durch Sonne, Knicken und Alter wird das Material spröde und rissig.

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