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TÜV fordert Senkung der Promillegrenze für MPU-Anordnung

Von 
Lars Wallerang
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mid Groß-Gerau - Gefährliche Kombination: Alkoholkonsum und Autofahren. © Global Press

Aus Sicht des TÜV-Verbands sind die rechtlichen Folgen von Fahrten unter Alkoholeinfluss immer noch verhältnismäßig milde. Fahrer, die mit dem Auto oder Motorrad unterwegs sind und bei denen eine Blutalkoholkonzentration zwischen 0,3 und 1,09 Promille festgestellt wird, begehen dann eine Straftat, wenn sie sogenannte alkoholtypische Ausfallerscheinungen haben.

Ab 1,1 Promille Alkohol im Blut begehen Fahrer grundsätzlich eine Straftat. Diese wird mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe und dem Entzug der Fahrerlaubnis für mindestens sechs Monate geahndet. Eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) wird in der Regel aber erst bei wiederholten Alkoholauffälligkeiten im Straßenverkehr unabhängig von der Blutalkoholkonzentration oder ab 1,6 Promille angeordnet.

Es sei fraglich, ob Alkohol-Fahrer, die mit mehr als 1,1 Promille aufgegriffen werden, zuverlässig zwischen Alkoholkonsum und Fahrtätigkeit trennen können, sagt Marc-Philipp Waschke, Referent für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband. "Die Rückfallgefahr für eine erneute Fahrt unter Alkoholeinfluss ist bei diesen Fahrern besonders hoch."

Eine MPU gilt als bewährtes Instrument, um die Fahreignung und Verhaltensänderung von Alkohol-Fahrer zu überprüfen. Dabei gehe es nicht darum, die Personen zu bestrafen, sondern darum, eine Gefährdung für sich und andere in Zukunft zu vermeiden. Über 90 Prozent aller Personen, die nach einer positiven MPU ihre Fahrerlaubnis wieder erhalten, werden nicht mehr rückfällig. Der TÜV-Verband fordert bereits seit Jahren eine Absenkung der Promille-Grenze für die grundsätzliche Anordnung einer MPU von 1,6 Promille auf 1,1 Promille.

Unterdessen soll die Mehrheit der Bundesbürger ein absolutes Alkoholverbot am Steuer befürworten: In einer repräsentativen Umfrage für die aktuelle TÜV Mobility Studie unter 1.000 Personen ab 16 Jahren stimmen vier von fünf Befragten (80 Prozent) für ein generelles Alkoholverbot. Bemerkenswert ist, dass Frauen das Alkoholverbot mit 85 Prozent häufiger befürworten als Männer mit 76 Prozent.

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