Subaru XV: Mit E-Schub aus der Nische

Von 
Solveig Grewe
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mid Groß-Gerau - Auf 4,46 Metern bietet der Subaru XV e-Boxer,abgesehen vom Kofferraum, reichlich Platz. © Mike Neumann / mid

Boxermotor, permanenter Allradantrieb und CVT sind traditionelle und verlässliche Fixpunkte bei Subaru. Doch um die Klimaschutz-Ziele der EU zu erreichen, elektrifiziert der japanische Hersteller seine Modelle. Das allerdings sehr behutsam. So gibt es den Subaru XV jetzt nicht nur mit dem konventionellen 1,6-Liter-Benziner mit 114 PS, sondern auch in einer Mildhybrid-Version. Dem dann zwei Liter großen und 150 PS starken Boxer-Saugmotor steht ein 16 PS starker Elektromotor tatkräftig zur Seite. Ob das hilft, das Portemonnaie des Fahrers und die CO2-Bilanz des Herstellers zu schonen, hat der Motor-Informations-Dienst (mid) getestet.
 
Mit seinen muskulös ausgestellten Radkästen und der mattschwarzen Verkleidung an Stoßfängern und Seiten macht der hierzulande eher seltene XV einen hemdsärmeligen, aber recht sympathischen Eindruck. Aus seinen Vorlieben macht das 4,46 Meter lange und mit Dachreling 1,61 Meter hohe SUV keinen Hehl. Seine Statur, das Schildchen "AWD" auf der Heckklappe und die 22 Zentimeter große Bodenfreiheit verraten schon auf den ersten Blick, dass er Ausflügen in den Matsch und über Schotter gegenüber nicht abgeneigt ist. 

Für eine vierköpfige Familie bietet das Kompakt-SUV, das sich mit dem Forester e-Boxer eine Plattform und einen Radstand von 2,66 Metern teilt, in beiden Sitzreihen genügend Platz. Allerdings wird hinter der Rückbank der Platz für das Gepäck eng. Die Batterie unter Rückbank und Ladeboden schmälert das Volumen um 45 Liter gegenüber dem klassischen Verbrenner spürbar. 285 bis maximal 1.230 Liter sind eher unterdurchschnittlich. Zudem kann man die Rückbank nicht längs verschieben und der Tank mit einem Volumen von 48 Liter anstelle von 63 Litern fordert kürzere Nachfüll-Intervalle.
 
Hingegen ist die Speicherkapazität der Lithium-Ionen-Batterie mit 13,5 kWh für einen Mild-Hybrid recht groß. Theoretisch könnte der XV e-Boxer damit weiter als die angegebenen 1,5 Kilometer fahren, doch dazu ist das Elektromotörchen mit 16,7 PS Leistung und einem maximalen Drehmoment von 66 Newtonmeter (Nm) dann doch nicht ausgelegt. Um im EV-Modus auch wirklich rein elektrisch zu fahren bedarf es eines Fußes, der das Pedal nur sehr sanft berührt. In der Realität übernimmt stets der Benziner den Vortrieb. Das maximale Drehmoment des Boxermotors von 194 Nm steht erst bei 4.000 Newtonmetern parat, dann treibt es den knapp 1.600 Kilogramm schweren japanischen Teilzeitstromer bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h voran. 
 
Hybride belohnen ihre Fahrer mit knauserigem Verbrauch, wenn sie häufig rekuperieren dürfen. Fährt man den XV e-Boxer betont behutsam und vorausschauend, vorzugsweise in der Stadt, begnügt er sich mit einem Verbrauch von knapp sieben Litern. Weniger disziplinierte Fahrer erleben bei durchgetretenem Pedal den Spurt von 0 auf 100 km/h in gefühlt weniger als den angegebenen 10,7 Sekunden. Lässt man dem SUV mit seiner gut abgestimmten Lenkung, seinem Handling-freundlichen Schwerpunkt und der stufenlosen und unauffälligen CVT-Automatik Freilauf, genehmigt sich der Benziner bei zeitgleich steigender Geräuschkulisse mit mehr als zehn Litern dann aber gerne mal einen über den Durst.

Unabhängig vom Temperament des Fahrers überwacht der Subaru-Assistent "Eyesight" serienmäßig und wie ein zusätzliches Augenpaar die Fahrt mit dem XV e-Boxer. Er soll in erster Linie Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern verhindern, behält den vorausfahrenden Verkehr im Blick und passt dazu auch die voreingestellte Geschwindigkeit selbständig an. Eine hilfreiche Unterstützung, nicht nur im Stau auf der Autobahn, sondern auch vor roten Ampeln in der Stadt. Steht dort schon ein Auto, bremst das System automatisch ab. Auch der Rückwärtswarner erweist sich im Tagtäglichen als sehr sinnvoll. Er warnt bei Unachtsamkeit vor Hindernissen optisch und akustisch und bremst bei Nichtbeachtung eigenständig.
 
Der Subaru XV Hybrid startet bei 30.690 Euro. In das Topmodell XV 2.0ie Platinum muss man mindestens 37.540 Euro investieren. Gefällt einem die Farbe Cool Grey Khaki besonders gut und sollen wie im Testwagen auch noch Premium-Fußmatten mit an Bord sein, muss man 37.845 Euro investieren.     

Solveig Grewe / mid

Technische Daten Subaru XV e-Boxer 2.0ie:

- Länge / Breite / Höhe: 4,46 / 1,80 / 1,61 Meter

- Motor: Vierzylinder Boxer

- Hubraum: 1.995 ccm

- Leistung: 110 kW/ 150 PS

- max. Drehmoment: 194 Nm

- Leistung E-Motor: 12,3 kW/16,7 PS

- stufenloses Automatikgetriebe

- 0 bis 100 km/h: 10,7 Sekunden

- Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h

- Normverbrauch: 6,5 l/100 km

- CO2-Emissionen: 149 g/km

- Preis: ab 37.540 Euro

- Testwagen-Preis: 37.845 Euro