So kommen Sie sicher durch die Kälte

Von 
Andreas Reiners
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mid Groß-Gerau - Der Winter bringt für Autofahrer große Herausforderungen mit sich. © Pixabay.com

Temperaturen im zweistelligen Minusgradbereich machen vielen Autos zu schaffen: Sie springen nicht mehr an oder bleiben liegen, Dieselkraftstoff droht einzufrieren. Der TÜV Thüringen gibt Tipps, wie Autofahrer sicher durch die Eiseskälte kommen.

Generell gilt: Ein gut gewartetes und technisch einwandfreies Auto ist bei dem herausfordernden Wetter besonders vorteilhaft. "Bei diesen Extremtemperaturen muss vor allem immer ausreichend Frostschutz im Kühlsystem und in der Scheibenwaschanlage vorhanden sein. Neben Eiskratzer und Schneefeger sollte auf jeden Fall auch eine Wolldecke immer mit an Bord sein: Unter den aktuellen Bedingungen muss man immer darauf gefasst sein, mit dem Fahrzeug unterwegs liegen zu bleiben", erklärt Fahrzeugexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen.

Denn auch die Batterie kann schwächeln. Dann muss man damit rechnen, dass der Wagen frühmorgens nicht mehr anspringt. "Besonders durch häufige Kurzstreckenfahrten wird die Batterie nicht ausreichend geladen. Dann hilft nur noch eine Starthilfe. Gerade ältere Batterien machen bei extremer Kälte schlapp. Oftmals versagt dann sogar eine Fremdstarthilfe", macht Leser deutlich.

Doch wie verhält es sich eigentlich mit dem Kraftstoff? Kann dieser bei extremer Kälte einfrieren und was können Autofahrer dagegen tun? "Diese Problematik wird vor allem von Dieselfahrern befürchtet. Allerdings haben die Tankstellen seit Oktober Winterdiesel an ihren Zapfsäulen. Fällt die Temperatur jedoch unter minus 22 Grad, kann auch Winterdiesel gelieren. Dann verstopft der Kraftstofffilter und der Wagen springt nicht mehr an", so der Fahrzeugexperte. "Auf gar keinen Fall sollte man versuchen, Motor, Tank oder Kraftstoffleitung mit einem Gasbrenner oder ähnlichem aufzutauen. Auch der altbekannte Trick, kristallisierten Dieselkraftstoff mit einem Schluck Benzin zu verdünnen, ist keine gute Idee. Moderne Selbstzünder quittieren dies mit einem Ausfall der Einspritzanlage. Und das kann teuer werden", warnt Leser. Sollte der Dieselkraftstoff dennoch einfrieren, kann man dagegen im Nachgang nicht mehr viel tun. Im schlimmsten Fall muss der Kraftstoff von einer Werkstatt abgepumpt werden und der Kraftstofffilter getauscht werden. Daher sollten Dieselfahrer Wetterwarnungen vor Extremkälte ernst nehmen und den Wagen notfalls für eine Nacht in einer Garage parken.

Wischerblätter und Türdichtgummis sollten Autofahrer schon vor dem Wintereinbruch einer guten Pflege unterzogen haben. Angefrorene Autotüren sind bei starkem Frost aber keine Seltenheit. Wer seine Dichtungsgummis nicht ausreichend gut mit Talkum oder Silikonspray behandelt hat, könnte am Morgen vor einem versperrten Wagen stehen. Angefrorene Türdichtungen können beim Öffnen der Wagentür beschädigt werden.

Das Gleiche trifft auf die Scheibenwischer zu. Sind diese an der Scheibe angefroren, sollte nicht versucht werden, sie mit Gewalt zu lösen. Der Frostschutz für die Scheibenwaschanlage darf auf keinen Fall zu niedrig gewählt werden. Bei extremen Minustemperaturen sollte der Scheibenzusatz stattdessen lieber unverdünnt verwendet werden, als eine eingefrorene Scheibenwaschanlage zu riskieren. Das ist nicht nur für die eigene Sicherheit und gute Sicht von Nöten, laut StVO ist ausreichend Frostschutz sogar zwingend vorgeschrieben.