Schlaue Ampeln gegen den Stau

Von 
Rudolf Huber
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mid Groß-Gerau - Intelligente Ampelschaltungen können für einen flüssigeren Verkehr sorgen. © Kapsch TrafficCom AG

Die Ruhe auf Deutschlands Straßen ist nur vorübergehend. Die vielen Staumeldungen werden nach der Corona-Krise schnell wieder die Norm sein. Denn laut einer Untersuchung ist bei der Streckenauswahl zu 64 Prozent nach wie vor die kürzeste Reisezeit wichtig. "Welche Auswirkungen die Route auf die Umwelt hat, fällt bei der Mehrheit nicht ins Gewicht", heißt es im "Traffic Index 2020" von Kapsch TrafficCom.

Höher im Kurs stehen die zuverlässigste Reisezeit (63 Prozent) oder die kürzeste Entfernung (56 Prozent). Die geringsten Umwelt-Auswirkungen bleiben dagegen mit einer Zustimmung von 44 Prozent deutlich dahinter zurück. Laut der Experten müssten deshalb die Verkehrsplaner darauf achten, dass beispielsweise der CO2-Ausstoß so gering wie möglich ausfällt. "Die vernetzte Navigation ist eine Schlüsseltechnologie, um die Stau- und Schadstoffbelastung auf Deutschlands Straßen grundlegend zu verringern", sagt Gerd Gröbminger, Vice President Sales bei Kapsch TrafficCom.

In Pilotprojekten hätten sich etwa adaptive Ampelsteuerungen bewährt, die sich automatisch der aktuellen Verkehrssituation anpassen. Eine solches System sei bereits in Madrid in Betrieb und habe das Stauaufkommen um etwa 20 Prozent reduziert. Gröbminger: "Wenn Autodaten in einem zweiten Schritt mit dem Verkehrsleitnetz verbunden werden, lässt sich das Stauaufkommen noch deutlich stärker verringern. Gleichzeitig wird der CO2-Ausstoß gesenkt und der Verkehrsfluss über die Routenempfehlungen gleichmäßiger auf das Straßennetz verteilt.