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mid-Kommentar: Luxus Autofahren

Von 
Lars Wallerang
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mid Groß-Gerau - Sogar Rolls-Royce setzt mittlerweile auf Elektromobilität. © Rolls-Royce

Das von der EU beschlossene Aus des Verbrennermotors bis zum Jahr 2035 ist nur eine von mehreren Benachteiligungen der Autofahrer. Spritpreisschock, Einpreisung des CO2-Ausstoßes oder Verteuerung von Parkraum verteuern die Automobilität stetig. Für den unteren Mittelstand wird dies zum Problem. Autofahrer mit überdurchschnittlichem Einkommen können höhere Kosten noch abfedern. Vor allem diejenigen mit eigener Garage und heimischer Lademöglichkeit sehen der jüngsten politischen Entscheidung gelassen entgegen.

Doch für Millionen Menschen mit Wunsch nach Automobilität wird es eng. Autofahren wandelt sich mit der Zeit zum Luxus. Die Versprechungen von Industrie und Politik, Elektromobilität erschwinglich zu machen, wirken so leer wie die Autobatterien nach langer Fahrt über die Autobahn. Für die Hersteller ist der Beschluss der EU eher eine gute Nachricht. Denn die Produktion von Elektroautos bildet keine technologische Hürden, im Gegenteil: Die Produktion ist weniger arbeitsintensiv und kommt mit einer geringeren Zahl von Beschäftigten aus. Das verspricht satte Gewinne.

Aktuell schwimmt die Industrie bei der technologischen Umwandlung noch im Kielwasser der staatlichen Subventions-Tanker, auch Käufer von E-Fahrzeugen profitieren von Steuergeld. Nicht selten fördert der Staat damit Zweitwagen-Besitzer, die neben dem Stromer noch einen Spritfresser in der Doppelgarage stehen haben.

Man kann aber die Uhr danach stellen, dass der Subventions-Zirkus spätestens im Jahr 2035 abgebaut ist. Dann sind auch die Karten in steuerpolitischer Hinsicht neu gemischt, denn der Ausfall der Mineralölsteuer wird die Erschließung anderer Einnahmequellen nötig machen. Zahlen wird der Autofahrer so oder so. Und das wird dann die Elektromobilität deutlich verteuern. Hinzu kommt das Problem des lahmenden Ausbaus der Ladeinfrastruktur. Für Autofahrer, die in einer Etagenwohnung leben, ist Elektromobilität noch lange keine Option. Denn mit politischen Phrasen alleine lässt sich keine Batterie aufladen.

Lars Wallerang / mid

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