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Lotus Emira - Startnummer 131 steht für Tradition und radikalen Wandel

Von 
Christoph Reifenrath
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mid Groß-Gerau - Mit dem Emira präsentiert Lotus einen zweisitzigen, zunächst bis zu 400 PS starken "Junior"-Supersportler, der alle bisherigen Baureihen ablöst. Kostenpunkt: rund 72.000 Euro. © Lotus

Der jetzt vorgestellte Lotus Emira - ausgesprochen Eh-meer-ah - soll der letzte Verbrenner-Sportwagen des britischen Traditionsherstellers sein. Pünktlich zum 80. Geburtstag 2028 will die Marke klimaneutral sein und ausschließlich Elektroautos bauen. Die Preise für den Emira, der deutlich mehr Alltagstauglichkeit als die bisherigen Lotus-Modelle bieten soll, starten bei knapp 72.000 Euro.

Er steht gleichermaßen für Tradition und radikalen Wandel. Der neue Mittelmotorsportwagen Emira (das 131. Modell der Marke, deshalb Type 131), der in Goodwood vom 8.-11. Juli 2021 seine Publikumspremiere feiern soll, setzt noch einmal auf den Verbrenner, eine Hybridversion ist vorerst "aus Gewichtsgründen" nicht angekündigt. Das Minimalgewicht geben die Briten mit entsprechend leichten 1.405 Kilogramm an. Mit seiner neuentwickelten, geklebten Aluminium-Bodengruppe ersetzt der Zweisitzer alle bisherigen Baureihen - Elise, Evora und Exige. AMG wird neuer Motorenlieferant und Entwicklungspartner. Das Design des Emira zeigt schon Gemeinsamkeiten mit dem kommenden E-Hypersportler Evija.

Dessen Einfluss ist an den fließenden Oberflächen und klaren Linien des Emira deutlich zu erkennen. Noch deutlicher wird die Abstammung bei der markanten Vorderkante der Motorhaube, der kompakten, sich nach hinten verjüngenden Kabine, den skulpturierten Türen und bei den in die muskulösen hinteren Kotflügel integrierten Lüftungsöffnungen. Die in die Motorhaube integrierten Einlässe sollen den Luftstrom über das Auto leiten und so die Aerodynamik optimieren.

Vertikale Voll-LED-Scheinwerfer gibt es beim Emira serienmäßig. Auf der Motorhaube findet sich die aktuelle Version des Lotus-Rondells, das zum ersten Mal auf dem neuen Sportwagen zu sehen ist und etwas größer ist als bei den Vorgängermodellen.
Die Räder haben einen Durchmesser von 20 Zoll und sind serienmäßig mit Goodyear Eagle F1 Supersport-Reifen ausgestattet, ein Michelin Pilot Sport Cup 2 ist als kostenpflichtige Option in Verbindung mit dem Lotus Drivers Pack erhältlich. Beide Reifen wurden von den Herstellern speziell für den Emira entwickelt.

Lotus bezeichnet den Emira als Junior-Supersportwagen, der alle Eigenschaften die einen Sportwagen der Marke bislang ausmachten, vereine, jedoch erstmals mit viel Alltagstauglichkeit, Komfort sowie "modernsten" Technologien ausstaffiert sei. Vorbei scheinen damit die Zeiten der spartanischen Extremsportler. So soll der Emira serienmäßig über ein eher komfortabel abgestimmtes Fahrwerk verfügen, eine Sportabstimmung wird nur gegen Aufpreis angeboten.

Zeitgemäß präsentiert sich der Emira auch in Sachen Infotainment. Herzstück des Fahrerinformations-Systems, das auch Android Auto und Apple Car-Play beherrscht, ist ein 10,25 Zoll großer, mittig oberhalb der Mittekonsole angeordneter Touchscreen. Hinter dem Lenkrad sitzt ein 12,3-Zoll TFT-Display. Mehr Platz, hochwertige Oberflächenmaterialien und gute Verarbeitung werden fürs Cockpit versprochen. Die fahrerorientierte Armaturentafel rückt alle Bedienelemente in Reichweite. Das unten abgeflachte Sportlenkrad verfügt über integrierte Bedienelemente, Ambiente-Licht sorgt für die richtige Lichtstimmung. Die Sportsitze sind elektrisch verstellbar. Sogar nennenswerten Gepäckraum gibt es. Hinter die Sitze passen rund 208 Liter, zusätzlich 151 Liter sollen im Stauraum hinter dem Motor Platz finden.

Für den Emira liefert Lotus nun unter anderem auch Seitenarbags, einen adaptiven Tempomat, einen automatisch abblendenden Innenspiegel, einen Regensensor, elektrisch anlegbare Außenspiegel, Parksensoren, USB-Steckdosen, Handyhalter, ein Keyless-Go-System. Dazu kommen aktuelle Sicherheitssysteme wie Kollisions- und Spurhaltewarner, Spurwechselassistent, Verkehrszeichen- und Müdigkeitserkennung sowie Rückfahrwarnung.

Mit einer Länge von 4,41 Meter, einer Netto-Breite von 1,90 Meter, einer Höhe von 1,23 Meter sowie einem Radstand von 2.575 Millimeter entsprechen die Abmessungen des Emira weitgehend denen des auslaufenden Evora. Eine breitere Spur soll ihn allerdings noch fahrdynamischer machen. Unter der Klarsicht-Motorabdeckung steckt neben dem bekannten, von Toyota zugelieferten, jedoch modifizierten 3,5-Liter-V6-Kompressormotor mit 400 PS und 430 Nm Drehmoment, ab etwa August 2022 alternativ auch ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner aus dem Hause AMG.

Das Triebwerk aus Affalterbach wurde an die Lotus-Gegebenheiten mit Quereinbau und Hinterradantrieb angepasst. Ansaugtrakt und Abgasanlage wurden ebenfalls modifiziert. 360 PS leistet der Vierzylinder, Drehmomentwerte nannte Lotus noch nicht. Die Schwaben liefern dazu auch das passende 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Den V6 gibt es weiterhin nur mit Sechsgang-Automatik oder als Sechsgang Handschalter.

Die V6-Modelle sollen ab Frühjahr 2022 ausgeliefert werden, die Vierzylinder ab Spätsommer 2021 starten, zum Marktstart soll es zudem eine Start-Edition geben. Als Grundpreis für den Emira nennt Lotus knapp 72.000 Euro, der Neue soll weltweit angeboten werden. Der V6-Motor beschleunigt das Leichtgewicht in 4,5 Sekunden von Null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit soll bei 290 km/h liegen. Später sollen leistungsstärkere Versionen angeboten werden.

Hauptinvestor Geely hat das Lotus-Werk in Hethel für den Neustart für über 100 Millionen Pfund modernisiert. Von Elise und Exige hat Lotus zum Abschied fünf limitierte Versionen aufgelegt. Sie brachten noch einmal neue Farben, spezielle Ausstattungsdetails und leisten zwischen 243 und 436 PS.

Endgültig in die Lotus-Zukunft weisen soll dann der Hypersportler Evija, dessen Start eigentlich schon für 2020 geplant war (daher trägt er die frühere Modellnummer 130), der nun aber erst irgendwann 2021 kommen soll. Für jedes Rad soll hier ein mehr als 500 PS starker Elektromotor zuständig sein, macht insgesamt mehr als 2.000 PS. Das maximale Drehmoment soll 1.700 Newtonmeter betragen. Auf Landstraßentempo soll der Evija in unter drei Sekunden beschleunigen, in weniger als neun Sekunden 300 km/h erreichen. Dennoch soll der rein elektrisch angetriebene Supersportler nach WLTP-Zyklus 400 Kilometer weit kommen, die Batterie soll in 18 Minuten wieder vollgeladen sein.

Christoph Reifenrath / mid

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