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Lange Lieferzeiten beeinträchtigen Caravaning-Branche

Von 
Lars Wallerang
Lesedauer: 
mid Groß-Gerau - Wohnmobile sind begehrt. Aber den zahlreichen Kaufinteressierten müssen inzwischen deutlich längere Lieferzeiten erklärt werden. © Gernot Reipen / pixabay.com

Unter dem Eindruck der Krisen bei Halbleitern, Rohstoffen und in der Logistik ist auch die erfolgsverwöhnte Caravaning-Branche ins Stocken geraten. Dennoch ist die Nachfrage nach Reisemobilen und Wohnwagen weiter sehr groß. Die Preise für Fahrzeuge sind hoch wie nie und die Camping- und Stellplätze voll. Neue Studien der Experten von GSR und Miios sollen nun wichtige Fragen für di e Zukunftsplanung in Industrie, Handel, Dienstleistungen und Tourismus klären. In einem ersten Schritt wurden Händler befragt.

Seit Jahren boomt das Caravaning-Geschäft. Inzwischen sind rund 1,5 Millionen
Fahrzeuge in Deutschland zugelassen, etwa hälftig Wohnwagen und Reisemobile.
Letztere fanden zuletzt so viele Freunde, dass sich der Bestand innerhalb einer
Dekade nahezu verdoppelt hat. Allerdings hat sich die Entwicklung eingetrübt: Corona, Halbleiterkrise und fehlende Rohstoffe machen dem Markt zu schaffen - entsprechend zurückhaltend sind die Erwartungen der Händler.

Die Spezialisten der gsr Unternehmensberatung in Augsburg haben gemeinsam mit
den Marktforschern von Miios in Nürnberg aktuell Händler von Caravans und
Reisemobilen zum Geschäft befragt. Die repräsentative Studie zeigt ein klares Bild:
Die Händler erwarten ein rückläufiges Geschäft und deutlich längere Lieferzeiten.

Von den befragten Händlern geben 41 Prozent an, dass sie im laufenden Jahr bei
neuen Reisemobilen ein rückläufiges Geschäft erwarten, bei neuen Wohnwagen
sehen dies die Händler nur zu 31 Prozent. Ein konstantes Geschäft erwarten 38
Prozent (Reisemobile) bzw. 48 Prozent (Wohnwagen), von einer Zunahme des
Geschäfts gehen nur 18 (Reisemobile) bzw. 15 Prozent (Wohnwagen) aus.

"Wir führen die rückläufige Erwartung vor allem darauf zurück, dass die für Reisemobile erforderlichen Basisfahrzeuge aufgrund der bekannten Krisen schlecht verfügbar sind", erläutert Rainer Strobel, Geschäftsführer der gsr Unternehmensberatung. "Die Lage bei Wohnwagen ist insgesamt etwas entspannter, da es weniger Unsicherheit in der Produktion, allerdings auch eine geringere Nachfrage gibt."

Den zahlreichen Kaufinteressierten müssen inzwischen deutlich längere Lieferzeiten
erklärt werden. Konnten vor Ausbruch der Corona-Pandemie noch mehr als dreiviertel der Wohnwagen und Reisemobile innerhalb von maximal sechs Monaten geliefert werden, so sind dies inzwischen absolute Ausnahmen (5,0 Prozent) - 71 Prozent der Händler geben aktuelle Lieferzeiten von mehr als zwölf Monaten an. "Aus unseren Gesprächen wissen wir, dass nicht nur die absolute Lieferzeit ein Problem darstellt", sagtNiklas Haupt, Geschäftsführer vom Marktforscher Miios, Vor allem die unklare Lage und damit einhergehende Planungsunsicherheit sei vielen Kunden schwer zu vermitteln - insbesondere dann, wenn ein Urlaub geplant werden soll.

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