Im Test - Der Kia ProCeed GT überzeugt mit sportlichen Ambitionen, hochwertigen Materialien und einer sehr üppigen Serienausstattung Kia ProCeed GT im Test: Eleganter Lademeister

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Stephan Eisner
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Mannheim. Porsche hat’s schon gemacht, Mercedes-Benz und VW auch. War der Kombi früher ein reiner Lastenesel, entwickelten die Hersteller schicke Coupés mit Fassungsvermögen. Der ProCeed von Kia, der kompakte Golf-Rivale der Koreaner, reiht sich nun auch in die Kette der edlen Lastenträger ein – mit extravagantem Design, abfallender Dachlinie und flachem Heckfenster.

Fast ein bisschen wie beim Porsche Panamera wirkt das Heck. © KIA
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Doch schick geht auch praktisch. Der ProCeed bietet im Vergleich zur Konkurrenz deutlich mehr Stauraum und tatsächlich Platz für fünf Passagiere. Auch auf der Rückbank müssen Großgewachsene nicht mit eingezogenem Genick sitzen. Zudem ist die Ladekante des ProCeed angenehm niedrig, und serienmäßig erleichtern Schienenelemente, ein Gepäcknetz sowie Ablagefächer das sichere Beladen des Hecks. 594 Liter an Volumen schluckt der Kofferraum – fast 100 Liter mehr als beim längeren Mercedes CLA. Mit gerade einmal 1,42 Metern Höhe ist der Kia dabei der flachste Vertreter der Kompakt-Klasse und wirkt dadurch noch coupéhafter.

Kia ProCeed GT

Motor: Vierzylinder-Benziner

Hubraum: 1591 ccm

Leistung: 150 kW / 204 PS

Max. Drehmoment: 265 Nm

Antrieb: Vorderradantrieb, Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe

Höchstgeschw.: 225 km/h

Beschleunigung: 7,5 Sekunden von 0-100 km/h

Verbrauch pro 100 Kilometer (lt. Hersteller): 6,2 l, Testverbrauch: 6,9 l

CO2-Emission: 142 g/km

Länge: 4605 mm, Breite: 1800 mm, Höhe: 1442 mm

Schadstoffeinstufung: Euro 6d-TEMP

Leergewicht: 1438 kg

Kofferraum: 594 bis 1545 Liter

Preis: 33 690 Euro

Serienausstattung: LED-Scheinwerfer, Diebstahlwarnanlage, Sportsitze in Leder-Veloursleder-Kombination, Sitzheizung, Leichtmetallräder, digitale Instrumente, intelligentes Parksystem mit Rückfahrkamera, Klimaautomatik, diverse Assistenzsysteme. se

Dass die Sicht nach hinten eingeschränkt ist, bringt die ästhetische Form mit sich. Dafür hat Kia serienmäßig eine Rückfahrkamera verbaut, die beim Parken hilft. Es ist nur ein Punkt in der gewaltigen Liste der Serienausstattung: LED-Scheinwerfer, 10,25-Zoll-Touchscreen mit den Online-Diensten UVO Connect, ein volldigitales Cockpit, die Zwei-Zonen-Klimaautomatik, der Frontkollisionswarner mit Notbremsassistent, Querverkehrwarner und ein Fernlichtassistent sowie eine beheizbare Frontscheibe lassen kaum optionale Wünsche offen.

Dass Kia die Kunden mit einer umfangreichen Sieben-Jahres-Garantie (bis 150 000 Kilometer) lockt, beeindruckt schon seit Jahren. Und sehr lange sind die Zeiten der labberigen Verarbeitung und minderwertiger Materialien im Innenraum vorbei. Nichts klappert, die Oberflächen sind unterschäumt und die lange Naht quer übers Armaturenbrett wirkt hochwertig. Auch die 3D-Grafik des schnell arbeitenden Navis macht Spaß und hilft mit plastischen Gebäudedarstellungen bei der Orientierung.

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Das getestete Topmodell GT setzt auf rote Akzente, die sich innen und außen wiederfinden. Die sehr gut konturierten Velours- und Ledersportsitze fassen die Passagiere vorne gut ein, sind straff gepolstert. Ihnen steht das Fahrwerk in nichts nach. Wanken in Kurven kennt der GT fast nicht, er macht richtig Spaß. Die Lenkung arbeitet direkt und knackig. Allerdings schaukelt der ProCeed bei welligem Straßenbelag und Bodenunebenheiten etwas.

Aus einem 1,6-Liter-Vierzylinder schöpft der Kia 204 PS. Eine ordentliche Leistung, die allerdings im niedrigen Drehzahlbereich etwas versandet. Das angenehm schaltende Doppelkupplungsgetriebe trägt sicherlich seinen Teil dazu bei. Wer unten heraus Dampf will, muss zu den Paddels am Lenkrad greifen und selbst zurückschalten. Knapp sieben Liter hat der ProCeed GT im Test verbraucht. Das allerdings ist für seine Größe nicht wenig.

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Der ProCeed schafft es, Eleganz mit praktischen Tugenden zu verbinden. Wer schön sein will, muss also nicht unbedingt leiden.

Autotest Kia ProCeed GT: Eleganter Lademeister

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Autor Nach dem Volontariat bei den "Fränkischen Nachrichten" seit dem Jahr 2000 beim "Mannheimer Morgen". Über viele Jahre hinweg im Ressort Chef vom Dienst unter anderem für die Seite 3, die Aus-aller-Welt-Seiten und das "Wochenende" zuständig. Daneben über 10 Jahre lang als Ausbildungsredakteur für den journalistischen Nachwuchs verantwortlich. Ab 2013 zusätzlich Testredakteur der Auto-Seiten. Seit Oktober 2015 Projektredakteur des "Mannheimer Morgen". Der Kontakt zu den Lesern, das Bearbeiten der Leserbriefe, Sonderhefte, Serien und alle Projekte rund um die Redaktion sowie der enge bereichsübergreifende Kontakt in der Dr-Haas-Mediengruppe gehören heute zu seinen Aufgaben.