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Initiative beklagt Schienen-Flickenteppich

Von 
Rudolf Huber
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mid Groß-Gerau - Der Ausbau der Nachtverbindungen wie beim Nightjet der ÖBB ist ein Schritt in die richtige Richtung. © Harald Eisenberger / ÖBB

Das Fazit des Verkehrsbündnisses Allianz pro Schiene zum gerade zu Ende gegangenen Europäischen Jahr der Schiene 2021 fällt eher durchwachsen aus: "Die Zugbranche in der EU ist ein Stück weit zusammengewachsen, ohne das Trennende wirklich zu überwinden."

Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, registrierte zwar Fortschritte bei Schnellverbindungen, Nachtzügen und Investitionen in die Netze. Doch immer noch würden die nationalen Grenzen in der EU auf den Gleisen große Hindernisse stoßen. Flege: "Das Zugfahren über Grenzen hinweg müsste und könnte deutlich einfacher sein - und zwar sowohl im Personen-, als auch im Güterverkehr.". Ein Europäisches Jahr der Schiene reiche nicht, um den Flickenteppich zu beseitigen. Wenn die Zukunft der klimafreundlichen Schiene gehören solle, müsse die EU ein Jahrzehnt der Schiene ausrufen.

Als positiv bewertet die Allianz die große Aufmerksamkeit und breite Unterstützung für den europäischen Bahnverkehr. Im Güterverkehr würden grenzüberschreitende Verbindungen eine immer größere Rolle spielen. Im Personenverkehr verstärkten führende nationale Eisenbahnverkehrsunternehmen wie die Deutsche Bahn, die französische SNCF, die österreichische ÖBB und die Schweizer Bundesbahnen die Zusammenarbeit. Auch private Unternehmen wie Transdev erweiterten ihr grenzüberschreitendes Angebot.

Erste konkrete Ergebnisse für umweltbewusste Reisende zeigen sich laut der Schienen-Unterstützer in neuen Nachtzugverbindungen etwa von Berlin nach Stockholm, von Zürich über Köln nach Amsterdam und von Wien über München nach Karlsruhe und Paris. In Vorbereitung seien Nachtzüge beispielsweise von Berlin nach Paris, sie sollen im Dezember 2023 starten.

Wie groß der Handlungsbedarf weiterhin ist, zeigt etwa das Buchen internationaler Zugtickets. Hier stoßen Kunden noch immer schnell an Grenzen. Nötig sei ein niedrigschwelliges Angebot, das den Kauf von durchgehenden Bahntickets in der ganzen EU ermögliche - so wie beim Kauf von Flugtickets.

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