Test Mitsubishi L 200 Off Road - Sechste Generation des Offroaders bietet einen starken Antrieb, reichlich Laderaum und beste Eigenschaften für den Einsatz abseits der Straße

Gewaltiger Gelände-Pick-up mit vielen Vorzügen

Von 
Fabian Greulich
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Groß, breit, stark und sehr, sehr auffällig. Der L 200 von Mitsubishi zieht die Blicke auf sich, wo immer er auftaucht. Kein Wunder, denn zu übersehen ist der gewaltige Gelände-Pick-up nicht.

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Zwar fällt die Suche nach einem geeigneten Parkplatz auch mal länger aus, und das Rückwärtsfahren bedarf trotz Kamera-Unterstützung doch einiger Übung – ansonsten aber hält den Mitsubishi L 200 (ab 31 790 Euro) so schnell nichts auf.

Das Testfahrzeug in Zahlen

Viertüriger, fünfsitziger Gelände-Pick-up (Doppelkabine)

Länge/Breite/Höhe/Radstand: 5305/2165/1780/3000 mm Leergewicht: 2147 kg Zuladung: 1038 kg Kofferraum: Liter Tankinhalt: 75 Liter

Antrieb: Vierzylinder, Reihe Hubraum: 2268 ccm Leistung: 110 kW (150 PS) bei U/min: 3500 max. Drehmoment: 400 Nm bei U/min: 1750 bis 2250 Sechsgang-Automatikgetriebe, Allradantrieb von 0-100 km/h: 12,4 sec. Höchstgeschw.: 174 km/h Normverbrauch: 7,6 Liter Diesel CO2-Emission: 206 g/km Testverbrauch: 8,6 Liter Schadstoffklasse: Euro 6d-TEMP

Anhängelast gebremst: 3100 kg ungebremst: 750 kg

Grundpreis: 33 590 Euro

Gekleidet in das markentypische „Dynamic Shield“-Design, ist die inzwischen sechste Generation des L 200 unverändert in zwei Kabinenvarianten erhältlich: als 2+2-sitzige Club Cab mit gegenläufig öffnenden Türen und als Version mit viertüriger, fünfsitziger Doppelkabine (Test). Mit seiner hohen Zuladung und bis zu 3,1 Tonnen Anhängelast schafft der Pick-up so oder so einiges weg.

Unter der Motorhaube des Kraftprotzes arbeitet ein 2.2 Liter ClearTec-Turbodiesel mit 150 PS und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm. Der nagelt zwar gut hörbar vor sich hin, vermittelt aber ein Klangerlebnis, wie es zu einem Fahrzeug dieser Art wohl einfach gehört.

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Als Alternative zum Sechsgang-Schaltgetriebe wird für die Varianten mit Doppelkabine eine Sechsgang-Wandlerautomatik (plus 1900 Euro) angeboten. Beide Getriebe bedienen serienmäßig oder bei Bedarf alle vier Räder:

Der L 200 fährt wahlweise mit dem zuschaltbaren Allradantrieb „Easy Select 4WD“ oder (optional) mit dem permanenten „Super-Select 4WD-II“-Allradsystem vor.

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Das in der Einstiegsversion serienmäßige System schickt die Kraft des Dieselmotors ausschließlich an die Hinterräder.

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Bei einem Ausflug ins Gelände oder unter widrigen Bedingungen mit Schnee und Eis kann der Fahrer auf Allradantrieb wechseln – während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h.

Die Auswahl des Antriebsmodus erfolgt über einen Drehschalter in der Mittelkonsole. Während „4H“ einen starren Allradantrieb zur Folge hat, aktiviert „4L“ zusätzlich die Untersetzung für schweres Gelände. In der „2H“-Einstellung werden wiederum nur die Hinterräder bedient, was den Kraftstoffverbrauch niedrig hält. Apropos: Laut Mitsubishi soll sich der L 200 mit unter acht Litern Diesel auf 100 Kilometern begnügen. Ein Wert, der im Test nicht ganz zu erreichen war. Mit 8,6 Litern hielt sich der Durst des mächtigen Fahrzeugs jedoch immer noch in Grenzen.

Noch mehr Traktion – selbst in anspruchsvollstem Gelände – bietet das differentialgesteuerte, permanente Allradsystem „Super Select 4WD-II“. Der ab der mittleren von drei Ausstattungslinien („Basis“, „Plus“ und „Top“) erhältliche Antrieb wurde für schwierigste Bedingungen konzipiert, verteilt die Antriebskraft optimal zwischen Vorder- und Hinterachse und maximiert selbst bei leerer Ladefläche die Traktion.

Als einziger Hersteller von Pick-ups baut Mitsubishi die Kombination aus permanentem Allradsystem, sperrbarem Mittendifferenzial und Geländeuntersetzung.

Für die sechste Modellgeneration seines Pick-ups hat Mitsubishi zwei Ergänzungen vorgenommen: Eine Bergabfahrhilfe sorgt für eine gleichbleibende Geschwindigkeit auf Abfahrten, so dass sich der Fahrer voll auf das Lenken konzentrieren kann. Die neue Offroad-Traktionskontrolle mit vier wählbaren Fahrmodi für Schotter, Schnee, Sand und steinige Untergründe gibt zusätzliche Sicherheit.

Das System kontrolliert Motor, Automatikgetriebe sowie Bremsen und passt Reifenhaftung und Performance an die jeweilige Oberfläche an.

Doch der L 200 ist nicht nur ein souveräner Offroader und robuster Transporter, etwa für die gewerbliche Nutzung. Er eignet sich tatsächlich auch als – etwas außergewöhnlicher – Familientransporter. In der Version mit Doppelkabine finden bis zu fünf Personen bequem Platz und können immer noch reichlich Gepäck auf der Ladefläche verstauen. Dieses ist mit einer optionalen Laderaumabdeckung aus Aluminium (1944 Euro) trocken und sicher verstaut.

Redaktion Leiter der Redaktionen Tauberbischofsheim, Wertheim und Regionales