Gefahrenstellen: Ab sofort per App melden

Von 
Andreas Reiners
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mid Groß-Gerau - Permanente Gefahrenstellen können jetzt zentral per App gemeldet werden. © Initiative für sicherere Straßen

Gefahrenstellen sind ein ständiger Begleiter für viele Verkehrsteilnehmer. Eine Umfrage der Initiative für sicherere Straßen mit dem Marktforscher OmniQuest ergab, dass 61 Prozent der Deutschen auf ihren Wegen täglich eine oder mehrere Gefahrenstellen erleben. Hilfe naht, denn jetzt können solch permanente Gefahrenstellen zentral per App gemeldet und so andere Verkehrsteilnehmer geschützt werden. Langfristig sollen die Gefahren strukturell beseitigt werden.

Die häufigsten Gefahrenstellen sind schlechte Straßenverhältnisse (46 Prozent) sowie unübersichtliche Stellen (42 Prozent). Aber auch die anderen Verkehrsteilnehmer stellen ein Risiko dar: "Fehlverhalten durch Autofahrer und Radfahrer sind häufig genannte Gründe für Gefahrensituationen auf der Straße", weiß Arno Wolter von der Initiative für sicherere Straßen.

"Fast jeder kennt Gefahrenstellen vor seiner Haustür, die es meist schon sehr lange gibt. Aber oft wird von offizieller Seite erst etwas unternommen, nachdem es zu Unfällen bzw. Unfallhäufungen kam. Jetzt können endlich alle Verkehrsteilnehmer selbst zu mehr Sicherheit auf der Straße beitragen und gefährliche Stellen auf einer zentralen Online-Karte melden oder bereits gemeldete Stellen unterstützen."

Zusammen mit der RWTH Aachen hat die Initiative für sicherere Straßen im Pilotprojekt "Früherkennung von Gefahrenstellen im Straßenverkehr" solche Meldungen im Raum Bonn/Aachen bereits erfolgreich getestet. Nun startet das daraus entstandene Portal www.gefahrenstellen.de bundesweit.

Alle Verkehrsteilnehmer, gleich ob zu Fuß, per Fahrrad oder motorisiert unterwegs, sind aufgerufen, ab sofort selbst gefährliche Stellen zu melden. Die so entstehende deutschlandweite Gefahrenstellen-Karte soll nicht nur dazu beitragen, andere Verkehrsteilnehmer vor Gefahren zu warnen, sondern soll es zudem möglich machen, bei der Navigation nicht nur die schnellste, sondern alternativ die sicherste Route zu wählen.

Darüber hinaus soll die Gefahrenkarte die Basis für den Dialog mit Kommunen sein: "Wenn sich bestimmte Gefahrenstellen aufgrund von hoher Bürgerbeteiligung herauskristallisieren, ist dies ein klarer Auftrag an die jeweilige Kommune, hier zu prüfen, inwieweit gefährliche Stellen etwa durch bauliche Maßnahmen entschärft werden können", regt Verkehrsexperte Wolter an.