AdUnit Billboard
Im Test - Alfa Romeo hat den Stelvio überarbeitet und vor allem das Multimediaangebot verbessert / Bestens verarbeitet mit hochwertigen Materialien

Ein sehr fahraktiver Beau

Von 
Stephan Eisner
Lesedauer: 
Das Facelift des Stelvio fällt kaum auf – und das soll auch so sein. Der Alfa Romeo gehört zu den attraktivsten SUV-Vertretern. © Alfa Romeo

Mannheim. Die Marke Alfa Romeo steht schon immer für außergewöhnliche Fahrzeuge. Vor allem für außergewöhnlich attraktive. Und so wundert es nicht, dass natürlich auch das SUV der Marke die Blicke auf sich zieht – und immer wieder Design-Preise einheimst. Jetzt wurde der Stelvio überarbeitet – ohne das schmucke Äußere bahnbrechend anzutasten.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Der Stelvio gibt sich ganz klassisch. Für ordentlich Reichweite beim Testwagen sorgt ein 2,2-Liter-Diesel. Alfa Romeo hat erst für 2024 die Premiere für ein elektrisch betriebenes Modell angekündigt, ab 2027 soll kein Alfa mehr mit Verbrennungsmotor ausgeliefert werden. Das hat zumindest der Chef, Jean-Philippe Imparato, kürzlich in einem Interview angekündigt. Bis dahin ist man mit dem überarbeiteten Verbrenner sehr gut bedient.

Alfa Romeo Stelvio Veloce Q4

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum: 2143 ccm

Leistung: 154 kW / 210 PS

Max. Drehmoment: 470 Nm

Antrieb: Allradantrieb, achtstufiges Automatikgetriebe

Höchstgeschw.: 215 km/h

Beschleunigung: 6,6 Sekunden von 0-100 km/h

Verbrauch pro 100 Kilometer (Werksangaben/WLTP): 5,9 l / Testverbrauch: 6,9 l

Schadstoffklasse: Euro 6D-TEMP-EVAP-ISC

CO2 Emissionen: 150 g/km

Länge: 4687 mm, Breite: 1903 mm, Höhe: 1693 mm

Leergewicht: 1820 kg

Kofferraumvolumen: 525 bis 1600 l

Preis: 62 500 Euro

Serienausstattung: Bi-Xenon-Scheinwerfer, schlüsselloser Zugang, Rückfahrkamera, el. Heckklappe, Navigationssystem, Audiosystem, Heckstoßfänger mit Diffusor, el. verstellbare und beheizbare Ledersportsitze vorne, beheizbares Lenkrad, diverse Assistenz-Systeme. se

Dank des elegant-dynamischen Designs – vom Kühlergrill bis zu nachts sehr auffälligen Rückleuchten – wirkt der Alfa fast zierlich. Das ist schon ein Kunststück, denn er bewegt sich als Konkurrent zwischen Mercedes GLC und BMW X3. Im Innenraum schließt ein hoher Mitteltunnel Fahrer und Beifahrer schön ein und lässt Sportwagengefühle aufkommen. Der Zugang nach hinten gerät etwas eng – sitzt man aber, herrscht anständige Bewegungsfreiheit. Wie übrigens auch für das Gepäck im Kofferraum, der Koffer und Taschen für Vier mühelos schluckt.

Der Einstiegspreis des Stelvio für den 200-PS-Benziner fällt mit 54 500 Euro schon ganz happig aus. Der Testwagen als Modell „Veloce“ mit Diesel durchbricht die 60 000 Euro-Mauer. Dafür ist er bestens verarbeitet und die Materialien wirken sehr wertig. Gegen Aufpreis sind Türtafeln und Armaturenbrett mit weichem Leder bezogen, beim „Veloce“ auch die tollen Sportsitze. Hier lassen sich die Dämpfer verstellen, obwohl selbst im Comfort-Modus unebene Fahrbahnen eine direkte Rückmeldung ans Gesäß geben. Die schöne Folge: Wer es dynamisch mag, ist beim Stelvio richtig. Es macht herrlich Spaß, mit ihm durch Kurven zu jagen. Der Allradantrieb ist hecklastig ausgelegt, so dass der Alfa sehr lange gutmütig bleibt, um dann mit dem Hintern sanft nach außen zu drücken. Die direkte, manchmal zu bissig wirkende Lenkung trägt ihren Teil zum Fahrspaß bei.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Dieseltypische Zurückhaltung

Der knurrige Diesel verrichtet dabei seine Arbeit durch die 470 Newtonmeter an freigelegter Kraft präsent und wird trefflich von der Achtgang-Automatik von ZF unterstützt. Lediglich beim abrupten Beschleunigungsvorgang muss eine leichte Trägheit manuell durch die Paddels am Lenkrad überspielt werden. In Sachen Verbrauch gibt sich der Stelvio dieseltypisch zurückhaltend und bleibt mit unter sieben Litern für seine Fahrzeugklasse und das Gewicht sparsam.

Alfa Romeo hat mit dem Facelift auch an seinem Multimediasystem gearbeitet und es mit einer hohen Auflösung, einem logischen Layout und schneller Reaktionszeit aktualisiert – auch wenn der 8,8-Zoll-Touchscreen gegen die Riesenbildschirme der Konkurrenz etwas bescheiden wirkt.

Geblieben sind die Bi-Xenonscheinwerfer. Während die Konkurrenz auf LEDs setzt, halten die Italiener den Gaslichtern die Treue – die sehr anständig und mit einer hohen Reichweite die Fahrbahn ausleuchten. Neu dagegen sind Assistenten wie ein Abstandstempomat inklusive Stau- und Autobahnassistenten, ein aktiver Totwinkel- und Spurhalteassistent sowie ein neuer Müdigkeitsassistent. Den braucht man im Alfa Stelvio aber nicht. Der sehr fahraktive Beau lässt in keiner Situation Langeweile aufkommen.

Autor Projektredakteur/Autoredakteur

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1