Die Hindernisse bei alternativen Antrieben

Von 
Rudolf Huber
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mid Groß-Gerau - Gutes Image, hoher Preis: E-Autos wie der Mercedes EQC polarisieren die Konsumenten. © Rudolf Huber / mid

Die niedrigeren direkten Emissionen sind der Hauptgrund, sich für ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb zu interessieren und zu entscheiden. Das zeigt die Deloitte Global Automotive Consumer Study 2020. Demnach bevorzugen 51 Prozent der deutschen Befragten einen "sauberen" Antrieb wie Hybrid, voll elektrisch, Ethanol, Erdgas oder Brennstoffzelle. 2019 waren es erst 37 Prozent. Besonders beliebt: elektrische Hybride, die sich 31 Prozent der Verbraucher vorstellen können.

"Die Hersteller machen entscheidende Fortschritte in der Entwicklung alternativer Antriebe, sie steigern die Reichweite bei gleichzeitig tendenziell sinkenden Anschaffungskosten. Das macht solche Fahrzeuge attraktiver, entspricht jedoch noch nicht den Erwartungen der Verbraucher", beobachtet Dr. Thomas Schiller, Leiter Automobilindustrie bei Deloitte.

Durch die gesellschaftliche Diskussion würde das Umweltbewusstsein der Konsumenten steigen. Das führe zu einer wachsenden Nachfrage nach alternativen Antrieben. Unterm Strich zeigen die Prognosen, dass sich der Marktanteil von hybriden und elektrischen Fahrzeugen in der EU bis 2026 verdreifachen wird.

Neben dem Sauber-Image sehen 40 Prozent der Deutschen einen weiteren Vorteil in den geringeren Ladekosten im Vergleich zum Tanken. Weil beispielsweise der Ölwechsel wegfällt, sind diese Fahrzeuge häufig auch in Reparatur und Wartung günstiger. "Diesen Vorteil nehmen die Konsumenten jedoch bislang kaum wahr", so die Studie.

Die Bereitschaft zu Mehrkosten ist allerdings nur bedingt ausgeprägt, der hohe Anschaffungs- und Leasingpreis ist eine hohe Hürde. Zwei Drittel der Verbraucher befürchten, dass es mehr als drei Jahre dauern würde, bis sich der Aufpreis eines elektrischen Fahrzeugs rechnet. Insgesamt wären die meisten Verbraucher (41 Prozent) bereit, zwischen 15.000 und 30.000 Euro für ein Hybrid- oder Elektroauto auszugeben.

Wichtigster Kritikpunkt ist und bleibt aber die Reichweite: 76 Prozent bewerten diese im Vergleich zu herkömmlichen Antrieben als weitaus schlechter. Und auch das Thema Ladeinfrastruktur wird sehr kritisch gesehen.