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Deutsche sprechen sich für Radfahrer-Helmpflicht aus

Von 
Andreas Reiners
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mid Groß-Gerau - Viele Deutsche finden: Für Radfahrer sollte es eine Helmpflicht geben. © Pixabay

Eine Helmpflicht für Radfahrer? Die Deutschen sprechen sich genau dafür aus. Wie eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.004 Personen ab 16 Jahren ergeben hat, sind 71 Prozent der Bundesbürger für eine Helmpflicht, während nur 28 Prozent dagegen sind. "Fahrradhelme schützen bei einem Sturz zuverlässig vor schweren Kopfverletzungen", sagt Richard Goebelt, Bereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband. "Daher empfehlen wir allen Fahrradfahrern, immer einen Helm zu tragen."

Laut Umfrage ist die Zustimmung unter den Jüngeren etwas niedriger. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen sprechen sich 57 Prozent der Befragten für eine Helmpflicht aus. In der Generation 60 Plus befürworten 80 Prozent eine Helmpflicht. Selbst unter Radfahrern findet die Helmpflicht breite Zustimmung: Fast zwei von drei Fahrradfahrern (65 Prozent) sprechen sich für eine Helmpflicht aus.

Und die Zahlen sind weiterhin alarmierend. Im Corona-Jahr 2020 sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland 426 Fahrradfahrer ums Leben gekommen, 19 weniger als im Jahr zuvor. Im Straßenverkehr sind im Vorjahr insgesamt 91.826 Radler verunglückt (plus 4.924). Legt man den Anteil der Schwerverletzten aus dem Jahr 2019 zugrunde, für das detaillierte Zahlen vorliegen, haben sich 2020 nach Berechnungen des TÜV-Verbands rund 16.000 Personen bei einem Fahrradunfall so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus stationär behandelt werden mussten.

"Eine Helmpflicht für Radfahrer sollte bei den hohen Zustimmungswerten in der Bevölkerung stärker diskutiert werden", sagt Goebelt. Gegner einer Helmpflicht befürchten, dass viele Menschen auf das umwelt- und klimafreundliche Radfahren verzichten und stattdessen andere Verkehrsmittel nutzen. Allerdings reicht der Selbstschutz aus Sicht des TÜV-Verbands bei weitem nicht aus, um das Fahrradfahren generell sicherer zu machen. Goebelt: "Die Verkehrsinfrastruktur für das Fahrrad muss mit breiteren und baulich getrennten Radwegen, Radschnellwegen und fahrradfreundlichen Kreuzungen konsequent ausgebaut werden."

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