Deutsche bezahlen ihre Autos bevorzugt in bar

Von 
Solveig Grewe
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mid Groß-Gerau - Barkauf und Überweisung sind Favoriten beim Autokauf in Deutschland. © andreas160578 / pixabay.com

Die Autofahrer in Deutschland mögen es klassisch, wenn es beim Pkw ums Geld geht. Das zeigt der aktuelle Trend-Tacho der Prüforganisation KÜS. 58 Prozent der Befragten geben an, ihr nächstes Fahrzeug kaufen und bar bezahlen zu wollen.

Dabei kann neben dem klassischen Kauf und der Finanzierung der fahrbare Untersatz auch geleast werden Zudem bieten Hersteller oftmals auch eine Form des Auto-Abonnements an. Auch die Wunschausstattungen müssen nicht mehr bei der Auswahl des Modells einzeln oder im Paket sofort gewählt werden, man kann sich gegebenenfalls auch später noch dafür entscheiden: "Functions on Demand" nennen die Hersteller diese Option dann.

Doch nur 29 Prozent der Befragten planen einen Kredit zur Finanzierung, Privatleasing kommt nur für zehn Prozent in Frage und drei Prozent geben eine andere Form des Bezahlens an. Das "Auto-Abo" kennt tatsächlich nicht einmal die Hälfte der Befragten (42 Prozent). Die Frage, ob eine solche Bezahlform eine gangbare Alternative darstelle, verneint die Hälfte der Befragten.

Ähnlich ist es bei der Möglichkeit, ein Auto nicht vor Ort beim Händler, sondern online zu erwerben: 51 Prozent schließen das für sich aus, 49 Prozent sind dafür offen. Dies gilt nur für Neuwagen - nur 38 Prozent denken daran, auch einen Gebrauchten im Internet zu kaufen. Die Web-Angebote der Hersteller stehen in der Gunst der Kunden obenan (39 Prozent), gefolgt von denen der Händler (33 Prozent), unabhängigen Neuwagenportalen (24 Prozent), sonstigen Plattformen (drei Prozent) oder anderen Internet-Angeboten (ein Prozent).

"Functions on Demand", das "Aufbuchen" von Komfortfeatures nach dem Kauf eines Fahrzeugs, ist 80 Prozent der Befragten noch völlig unbekannt. 18 Prozent kennen diese Möglichkeit, aber nur zwei Prozent haben sie bereits in Anspruch genommen. Wer das in Betracht zieht, legt den Fokus auf Möglichkeiten zur Steigerung der Sicherheit (47 Prozent), des Komforts (37 Prozent), der Verbesserung des Navigationssystems (33 Prozent), der Leistung (20 Prozent) oder auf andere Features (drei Prozent). 30 Prozent lehnen es ab, für "Functions on Demand" überhaupt Geld auszugeben.

"Nur Bares ist Wahres" erklärt KÜS-Hauptgeschäftsführer Peter Schuler den aktuellen KÜS Trend-Tacho. Damit ließe sich das Verhalten der deutschen Autofahrer auf den Punkt bringen. Wer alle Ausgaben in Verbindung mit dem Auto sofort erledige, behielte die eigenen Finanzen gut im Blick. Das sei aber auch bei anderen Finanzierungsformen möglich. Vor allem die noch jungen Angebote der Auto-Abonnements dürften mehr Zuspruch erfahren, wenn sie in der Öffentlichkeit bekannter wären.

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